Warum FCH-Boss Holger Sanwald auch dank Leo Scienza die Transferphase ganz entspannt sieht
Im Vergleich zur vergangenen Saison präsentiert sich der Kader des 1. FC Heidenheim aktuell deutlich schlanker. Zehn Spieler haben bereits den Bundesligaabsteiger verlassen. Zum einen die fünf Leihspieler Leonidas Stergiou (zurück zum VfB Stuttgart), Diant Ramaj (Borussia Dortmund), Hennes Behrens (TSG Hoffenheim, jetzt aber beim FC Augsburg), Eren Dinkci (SC Freiburg) und Arjon Ibrahimović (neuer Vertrag beim FC Bayern München). Der Vertrag von Stefan Schimmer wurde nicht verlängert (inzwischen bei Buriram United/Thailand), Omar Traore wollte seinen nicht verlängern (Ziel unbekannt).
Kevin Müller (Schalke 04) und Thomas Keller (Dynamo Dresden) waren beide ausgeliehen und schließen sich diesen Vereinen jetzt fest an. Für beide konnte der FCH eine Ablösesumme aushandeln. Vor allem bei Keller interessant, der einst ablösefrei zum FCH gestoßen war. Laut „Bild“ soll Dresden, wo sich Keller zum Führungsspieler entwickelt hat, bereit gewesen sein, 1 Million Euro an Ablöse zu zahlen.
Bislang stehen momentan nur drei externe Neuzugänge fest: Oualid Mhamdi kam ablösefrei vom SC Verl, für Marcel Costly (FC Ingolstadt) und Paul Hennrich (TSG Hoffenheim) mussten die Heidenheimer jeweils eine Ablösesumme zahlen. Costly hat laut „transfermarkt.de“ 1 Million Euro gekostet, für Hennrich werden laut „Sky“ 1,5 Millionen Euro plus Bonuszahlungen fällig.

Mit Luka Janes (SG Sonnenhof Großaspach) und Maximilian Breunig (FC Magdeburg) kehrten zwei ausgeliehene Spieler zurück. Talent Nick Rothweiler wurde bereits an Hessen Kassel (Regionalliga Südwest) ausgeliehen. Auch Janes soll erneut verliehen werden, wie Holger Sanwald erklärt. Dies trifft auch auf Maximilian Vogel zu, der aus der eigenen U 19 stammt und mit einem Profivertrag ausgestattet wurde. „Wir befinden uns in aussichtsreichen Gesprächen“, sagt der FCH-Vorstandsvorsitzende, der bei beiden idealerweise von einer Leihe zu einem Regionalligateam spricht. „Wir sind fast einen Tick noch zu groß“, sagt der 59-Jährige im Hinblick auf die Kadergröße des FCH. Ansonsten gebe es momentan keine Gespräche wegen möglicher Abgänge. „Da bahnt sich gerade nichts an“, so Sanwald, der aber auch darauf hinweist, dass die Transferphase noch laufe.
Möglichen Verhandlungen wegen der Leistungsträger sieht der Vorstandsvorsitzende entspannt entgegen. „Ein Vorteil ist, dass es keine Ausstiegsklauseln mehr gibt. Alle Fristen sind verstrichen“, so Sanwald. Soll heißen: Falls es doch noch zu Abgängen kommen sollte, dann nur, wenn auch die finanziellen Vorstellungen des FCH erfüllt werden. So wie es bei Kevin Müller und Thomas Keller der Fall gewesen ist. „Jetzt können Spieler nur mit unserem Einverständnis den Verein verlassen. Deswegen sind wir in einer guten Position und bekommen, sollte es so kommen, eine entsprechende Ablöse.“
Ein Vorteil ist, dass es keine Ausstiegsklauseln mehr gibt. Alle Fristen sind verstrichen.
Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Heidenheim
Nach einem Abstieg sind sogenannte „Notverkäufe“ aufgrund des deutlich kleineren Etats (im Fall des FCH sinkt dieser von 80 auf 50 Millionen Euro) immer möglich. Im Fall des FCH seien diese aber nicht notwendig. Auch, weil die Heidenheimer mit dem Transfer von Leo Scienza Anfang der vergangenen Saison (zum englischen Zweitligisten FC Southampton/der FCH soll laut verschiedenen Medienberichten bis zu 10 Millionen Euro kassieren) sich ein finanzielles Polster aufgebaut haben.
„Wir sind nach dem Abstieg gut aufgestellt, haben eine starke Mannschaft beieinander und sind damit in einer wunderbaren Position“, betont Holger Sanwald. Eine weitere Verschlankung des Kaders ist damit aber nicht ausgeschlossen.
