Dick eingepackt und mit einem neuen Gesicht im Kader: Vor einem winterlich verschneiten Panorama auf dem Schlossberg ist der 1. FC Heidenheim am Freitagnachmittag in die kurze Vorbereitung für das Fußballjahr 2026 gestartet. Gerade einmal elf Tage blieben den Heidenheimer Spielern, um nach der 0:4-Niederlage gegen den FC Bayern München Kräfte neue zu sammeln. „Die ersten beiden Einheiten heute waren gut, wir müssen jetzt Fahrt aufnehmen, weil wir in der nächsten Woche schon in der Spieltagsvorbereitung sind“, sagt Trainer Frank Schmidt.

Trainingsauftakt 2026 beim 1. FC Heidenheim
Die Heidenheimer hatten angesichts der kurzen Winterpause auf ein Trainingslager in Südeuropa verzichtet und bereiten sich bis zum Ende der kommenden Woche auf der Ostalb auf den zweiten Teil der Bundesliga-Saison vor. Schon am ersten Tag der Vorbereitung waren zahlreiche FCH-Fans am Spielfeldrand dabei und schauten den Profis bei ihrer Rückkehr auf den Rasen zu. Und das können sie auch in den kommenden Tagen tun. An diesem Samstag, 3. Januar, um 14 Uhr und am Sonntag, 4. Januar, um 11 Uhr sind die Trainingseinheiten des Bundesligisten öffentlich.
Neuzugang Hennes Behrens wird in den ersten Spielen noch fehlen
Neu im FCH-Trikot und schon mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Rasen ist Hennes Behrens. Der Linksverteidiger kommt auf Leihbasis von der TSG Hoffenheim und wurde als erster Neuzugang präsentiert – als verspäteter Ersatz für den verletzten Leart Pacarada. Nach dem Kreuzbandriss des 31-Jährigen am dritten Spieltag sei der Verein auf der Suche nach zusätzlicher Qualität auf der linken Seite gewesen, sagt FCH-Vorstandschef Holger Sanwald. „Mit der Leihe von Hennes Behrens bis zum Saisonende ist es uns gelungen, diese Lücke zu schließen. Wir hätten ihn schon gerne im Sommer geholt, jetzt hat es zum Glück geklappt“, so Sanwald.

Eine Soforthilfe ist der 20-Jährige für den FCH aber nicht. Behrens hatte sich im vergangenen September einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen und fehlte der TSG, für deren zweite Mannschaft er zuvor vier Spiele in der 3. Liga absolviert hatte, seither. Hennes Behrens hatte im Juli einen Profivertrag bei den Hoffenheimern unterschrieben. Für die Profimannschaft hatte er in der Vorsaison jeweils einen Einsatz in der Bundesliga und in der Europa League.
Wieder ein Linksverteidiger im Winter: Erinnerungen an Frans Krätzig werden wach
„Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, in Heidenheim den nächsten Schritt in meiner Entwicklung zu gehen“, sagt der Neuzugang. Die Leihe zum FCH gebe ihm die Chance, sich auf hohem Niveau in der Bundesliga weiterzuentwickeln und möglichst viel Spielpraxis zu sammeln, so der Defensivspieler.

Bis zu seinem ersten Einsatz muss er sich aber noch etwas gedulden. „Er ist bei 95 Prozent, aber wir wollen da kein Risiko eingehen, in den ersten drei Spielen wird er wohl noch kein Thema sein“, sagt FCH-Trainer Schmidt. Der gebürtige Frankfurter Behrens mischte bei der öffentlichen Einheit in einigen Trainingsformen schon mit, setzte aber bei den intensiveren Übungen aus und trainierte individuell mit dem noch angeschlagenen Budu Zivzivadze. So wird er das anstehende Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag, 10. Januar, aller Voraussicht nach von der Tribüne verfolgen und wird sich dann weiter an die volle Belastung herantasten. Und vielleicht legt er dann eine ähnliche Entwicklung hin wie Frans Krätzig vor zwölf Monaten. „Er ist ein ähnlicher Spielertyp und Frans Krätzig hat damals auch viele Kritiker überrascht“, sagt Frank Schmidt. Als Leihspieler auf der linken Außenbahn wurde Krätzig zum Leistungsträger und half fleißig dabei mit, dass der FCH noch den Klassenverbleib schaffte.
Thomas Keller wechselt auf Leihbasis nach Dresden
Nicht mehr für die Heidenheimer auf dem Rasen wird Thomas Keller bis zum Ende der Saison stehen. Der Innenverteidiger wechselt auf Leihbasis zu Dynamo Dresden und wird morgen mit dem Zweitligisten ins Trainingslager fliegen. „Kelle ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, diese Leihe zu realisieren. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Schritt in seiner aktuellen Situation der richtige für ihn ist“, erklärt Holger Sanwald, der sich „regelmäßige Spielpraxis“ für den 26-Jährigen erhofft. Keller, der noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, kam in dieser Saison lediglich zu vier Einsätzen in der Bundesliga.

Mit dabei auf dem Rasen waren auch Kevin Müller und Omar Traore, deren Abschied in den vergangenen Monaten medial mehrfach diskutiert wurde. Den Abgang weiterer Spieler schloss Holger Sanwald selbst nicht aus, genauso offen ließ er die Option weiterer Verstärkungen. „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir noch etwas in der Offensive machen wollen“, sagt Sanwald. „Ich glaube, dass sich auf der Abgangs- und Zugangsseite noch etwas tun wird.“
Transferfenster bis zum 2. Februar geöffnet
Spieler verpflichten können die Heidenheimer auf dem Transfermarkt noch bis zum 2. Februar. Dann endet das Transferfenster in der Bundesliga. Verkäufe sind ebenfalls bis Anfang Februar möglich – und auch darüber hinaus. Die Transferperioden in anderen Kontinenten und Ligen weichen zeitlich von der Bundesliga ab. In den USA beginnt die Transferphase erst am 21. Januar, läuft aber bis zum 27. März. So lange können beispielsweise Spieler noch in die amerikanische Profiliga MLS wechseln.


