Einen ordentlichen Unterhaltungswert hatte das Spiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem VfB Stuttgart mit sechs Toren, zwei Elfmetern, vielen Chancen und jeder Menge Diskussionen um den Videobeweis auf alle Fälle. Am Ende war das 3:3-Unentschieden wohl ein gerechtes Ergebnis, das aber keinen der Beteiligten so richtig glücklich macht.
Die Stuttgarter hatten auf dem Weg zur Qualifikation für die Champions League drei Punkte beim Schlusslicht eingeplant, dementsprechend war auch der Ärger über die Entscheidungen des Schiedsrichters, beziehungsweise des Videoassistenten groß.
Viele heiß diskutierte Szenen
Die kuriose Szene um die 33. Minute herum, als aus einem 1:2 ein 2:1 wurde, hat der Unparteiische wohl richtig entschieden. Zunächst hatte Sascha Stegemann nach Foul an Eren Dinkci weiterlaufen lassen und im direkten Gegenzug traf Ermedin Demirovic für Stuttgart. Nach Hinweis des VAR und Überprüfung wurde das Tor aber zurückgenommen und es gab einen Elfmeter für Heidenheim, den Arijon Ibrahimovic sicher verwandelte. Auch die Abseitsstellung von Demirovic beim vermeintlichen 2:3 wurde mittlerweile vom DFB noch einmal bestätigt.

1. FC Heidenheim trennt sich von VfB Stuttgart mit 3:3
Zumindest bei der Balleroberung von Stefan Schimmer vor dem 3:2 durch Sirlord Conteh, die man als Foul hätte werten können, lief es jedoch glücklich für den FCH. Dies war in vielen anderen Spielen in der Saison aber auch schon andersherum. Direkt nach dem Spiel gerieten die Trainer etwas aneinander, schon bei der Pressekonferenz war aber wieder alles ausgeräumt und VfB-Coach Sebastian Hoeneß wollte das Thema lieber abhaken.
Der Abstand blieb gleich
Für die Heidenheimer war es angesichts der Ausgangslage schon eher ein Punktgewinn, wer kurz vor Schluss 3:2 führt, hätte aber natürlich lieber drei Zähler mitgenommen. So bleibt der Rückstand auf den Relegationsplatz, den nun St. Pauli einnimmt, bei sechs Punkten. Neuer Vorletzter ist Werder Bremen und so heißt auch der nächste Gegner. Am Samstag (15.30 Uhr/Weser-Stadion) steht das Duell der absoluten Krisenklubs an.

Unbekümmert und optimistisch: So bringt Hennes Behrens neuen Schwung ins Spiel des 1. FC Heidenheim
Heidenheim (13 Punkte) hat seit Anfang Dezember nicht mehr gewonnen und nur drei Zähler aus den zurückliegenden zehn Spielen geholt, die Norddeutschen (19 Punkte) sind sogar seit 13 Spielen sieglos. „Definitiv ein Finalspiel. Eines von mehreren, die jetzt kommen“, sagte Werders Trainer Daniel Thioune mit Blick auf das Duell gegen den FCH.
Schweres Programm im März
Und auch Heidenheims Coach will nicht drumherumreden: „Jetzt sollte man schon mal ein Spiel gewinnen, damit noch mal so ein richtiger Schub durch die Mannschaft geht“, sagte Frank Schmidt vor dem Bremen-Spiel und fügt mit Blick auf die folgenden Partien gegen Hoffenheim (3.), Frankfurt und Leverkusen an: „Jeder weiß, was im März für Kracher auf uns zukommen.“
Seine Hoffnung bezieht der Coach aus dem jüngsten Auftritt seiner Truppe. „Die Mannschaft hat versucht, sich mit unseren Mitteln zu wehren, und das hat sie toll gemacht. Diese Art und Weise, sich gegenseitig zu unterstützen, bis zum Schluss wirklich alles auf dem Platz zu lassen, das ist die Grundvoraussetzung. Das erwarte ich als Trainer auch jetzt in Bremen.“
Erstmals drei Tore
In der Tat präsentierte sich der FCH gerade in der Offensive deutlich gefährlicher und entschlossener, zum ersten Mal in dieser Runde gelangen auch mehr als zwei Treffer. Es gab auch noch weitere, gut herausgespielte Chancen, und daran hatten nicht zuletzt die Winterzugänge ihren Anteil. Bleibt die Frage, ob die Verstärkungen noch rechtzeitig genug kamen. Allerdings: Eine bessere Offensive nützt wenig, wenn weiterhin zu viele Fehler gemacht werden. Gegen den VfB leistete sich der FCH nicht nur vor dem 0:1 einen gänzlich unnötigen Ballverlust.

