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Mit Herz gestrickt: Wie ein Heidenheimer und seine Mutter Fußballprofis mit besonderen Geschenken überraschen

Selim Güven aus Heidenheim überreicht Fußball-Profispielern handgestrickte Mini-Trikots für ihre Kinder – angefertigt mit viel Liebe von seiner Mutter. Auch FCH-Profi Niklas Dorsch und Angreifer Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart gehören zu den Beschenkten. Was dahintersteckt:

Der Trikottausch nach einem Spiel gehört zum Fußball wie der Ball und das Tor. Manchmal landet ein getragenes Trikot auch auf der Tribüne, wenn ein Spieler sein Trikot einem Kind im Publikum zuwirft. Selim Güven aus Heidenheim dreht diese Szene in gewisser Weise um. Er ist derjenige, der den Profis Trikots überreicht – allerdings nicht für sie selbst, sondern im Kleinformat für ihre Kinder. Auf seinem Instagram-Kanal postet der 25-Jährige regelmäßig Inhalte rund um den Fußball. Besondere Aufmerksamkeit bekommen derzeit die Videos, in denen er Profispielern die ganz besonderen Geschenke überreicht: selbst gestrickte Trikot-Jacken in den Vereinsfarben, gestrickt von seiner Mutter.

Doch hinter den kleinen Trikot-Strickjacken steckt weit mehr als nur eine kreative Idee. Neben Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart und Immanuel Pherai vom Hamburger SV durfte sich jüngst auch Niklas Dorsch vom 1. FC Heidenheim über ein solches Unikat freuen. Der Profispieler war sichtlich gerührt und bedankte sich mit den Worten: „Da wird sich mein Kleiner riesig freuen.“ Beim vergangenen Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim war der Spross des FCH-Spielers auch mit seinem neuen Trikot-Jäckchen im Stadion unterwegs.

Enge Bindung zwischen Mutter und Sohn

Gefertigt werden sie von Selims Mutter Nese. Mit viel Geduld, Leidenschaft und Liebe zum Detail strickt die 50-Jährige jedes einzelne Stück selbst. „Mit dem Stricken angefangen habe ich schon, als ich etwa zehn Jahre alt war“, erzählt sie im Gespräch mit der HZ. Für sie ist die Handarbeit schon seit jeher mehr als nur ein Hobby. Nese Güven beschreibt das Stricken als eine Art Therapie, die ihr in jeder noch so schwierigen Zeit bisher geholfen hat.

Als aktiver Fußballer war Selim Güven ebenfalls mit großer Leidenschaft dabei. Foto: Oliver Vogel

Ihr Sohn ist eng mit dem Fußball verbunden. Schon als Kind stand er selbst auf dem Platz, zunächst in der Jugend des 1. FC Heidenheim, später bei Vereinen wie dem VfL Gerstetten oder Türkspor Heidenheim. Seine Mutter begleitete ihn dabei stets. Bei Wind und Wetter stand sie am Spielfeldrand und unterstützte ihren Sohn, wo sie konnte. Verletzungsbedingt musste der 25-Jährige, der in Neu-Ulm BWL studiert, schließlich seine Fußballschuhe an den Nagel hängen. Die Leidenschaft für seinen Herzenssport ist aber geblieben.

Die besondere Nähe zwischen den beiden rührt daher, dass Nese Güven ihren Sohn seit seinem siebten Lebensjahr allein großgezogen hat, wie sie erzählt. Schon lange bevor die kleinen Trikots entstanden sind, strickte sie regelmäßig für Spendenaktionen und wohltätige Zwecke. So kam schließlich die Idee auf, die beiden Leidenschaften von Mutter und Sohn zusammenzuführen.

Jedes Mini-Stricktrikot ein Einzelstück

Heute entstehen mit viel Hingabe kleine gestrickte Fußballtrikots für die Kinder der Profispieler – individuell gestaltet und mit liebevollen Details versehen. Jedes Einzelne ist ein Unikat. Die Rückennummer des Spielers findet sich selbstverständlich auf der Rückseite jedes Trikot-Jäckchens. Auf dem Mini-Trikot, das Niklas Dorsch erhalten hat, ist der Familienhund am Ärmel mit aufgenäht. Auf einem Schalke-Trikot, das demnächst überreicht werden soll, finden sich die typischen Bergbauwerkzeuge wieder.

Die Reaktionen der Spieler, aber auch von Güvens Community in den sozialen Medien sind durchweg positiv. Viele zeigen sich überrascht und gerührt von der persönlichen Geste. Trotz wachsender Aufmerksamkeit und steigender Nachfrage soll das Projekt jedoch genau das bleiben, was es von Anfang an war – eine Herzensangelegenheit. „Das ist in gewisser Form unbezahlbar“, sagen die Güvens. Verkauft werden die Trikots deshalb nicht.

Bei FCH-Mittelfeldspieler Niklas Dorsch war die Freude über das besondere Trikot für seinen Sohn groß. Foto: privat

Welche Spieler ein Trikot erhalten, wählt der 25-Jährige bewusst aus. Ihm ist wichtig, dass sie auch nach außen zeigen, welchen Stellenwert die Familie für sie hat, erzählt er. Die gestrickten Mini-Trikots sollen eine kleine Aufmerksamkeit für die Spieler und ihre Liebsten sein – und zugleich etwas Positives in seine Social-Media-Community tragen.

Positive Botschaft für die Community

„Gerade in einer Zeit, in der so viel Negatives passiert, möchten wir einfach auch etwas Schönes weitergeben“, sagt der junge Heidenheimer. Neben den Trikots sind inzwischen auch kleine, von seiner Mutter gestrickte Baby-Fußballschuhe entstanden, ebenfalls Einzelstücke.

Bis ein Trikot-Jäckchen fertig ist, vergehen je nach Größe, Muster und Details etwa zwei bis drei Wochen. „Und das ist schon schnell“, sagt Nese Güven. Für sie ist das Stricken keine Arbeit, sondern etwas, das von Herzen kommt. Ihre Liebe zu Kindern betont sie mehrmals. In der Nachbarschaft gilt sie schon lange als eine Art „Ersatzmama“ für viele Kinder aus der Siedlung. Diese Rolle hatte sie schon inne, als ihr Sohn selbst noch aktiv auf dem Fußballplatz stand, erzählt sie.

Bei den Güvens entstehen dadurch nicht nur Strick-Trikots, sondern auch jedes Mal ein kleines Kapitel in ihrer Familiengeschichte, das von ihren beiden Leidenschaften erzählt. Und genau diese Mischung sorgt dafür, dass die handgestrickten Unikate weit mehr sind als nur ein Geschenk.

Begeistert viele Fußball-Fans

Mit seinen Videos erreicht Selim Güven hunderttausende Fußball-Fans auf verschiedenen Social-Media-Plattformen. Seinem Instagram-Profil folgen 15.000 Menschen – und damit die gleiche Zahl an Fans, die in der Voith-Arena Platz finden. Auf „YouTube“ haben rund 33.000 Benutzer seinen Kanal abonniert.

Aktuell in starker Form beim FCH: Niklas Dorsch führe auch gegen RB-Toptalent Yan Diomande einige Zweikämpfe – und gewann die meisten davon.

Der Experte im Abstiegskampf: Wie Niklas Dorsch in den schwierigen Wochen beim FCH vorangeht

Während beim 1. FC Heidenheim die Formkurve in den vergangenen Wochen nach unten zeigt, spielt Mittelfeldspieler Niklas Dorsch stark auf. Wieso FCH-Trainer Frank Schmidt seinen abstiegskampferfahrenen Vorarbeiter aktuell als Vorbild sieht und welche schöne Abwechslung der 28-Jährige nach den bitteren Niederlagen hat:
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