Rekordmeister in der Voith-Arena

Härtetest zur richtigen Zeit? Was sich der FCH von der Partie gegen den FC Bayern München verspricht

Der 1. FC Heidenheim sucht nach dem Stolperstart in der 2. Bundesliga nach defensiver Stabilität. Mit dem Testspiel an diesem Dienstag, 18. August, wartet mit dem Rekordmeister FC Bayern München ab 18 Uhr die größtmögliche Herausforderung – in einer gut gefüllten Voith-Arena.

Das Testspiel gegen den FC Bayern München sollte eigentlich ein Höhepunkt werden, auf den sich Spieler und Fans gleichermaßen freuen. Beim 1. FC Heidenheim mischt sich vor der Partie am Dienstag, 18. August (18 Uhr), allerdings einiges an Arbeit in die Vorfreude. Die 1:4-Niederlage bei Hertha BSC hat Spuren hinterlassen. Sieben Gegentore nach zwei Zweitliga-Spielen zeigen, dass der Bundesliga-Absteiger vorrangig defensiv schnell stabiler werden muss. Da kommt der Rekordmeister als anspruchsvoller Prüfstein womöglich zum passenden Zeitpunkt.

„Die Bayern sind jetzt vielleicht der richtige Gegner, die werden uns fordern“, sagt Jan Schöppner. Der Vize-Kapitän weiß, dass sich der FCH gegen diese individuelle Qualität kaum ähnliche Nachlässigkeiten wie in Berlin erlauben kann. Dort fehlten vor allem in der ersten Hälfte Kompaktheit und Konsequenz in den Zweikämpfen. Genau jene Eigenschaften also, die Heidenheim über Jahre ausgezeichnet haben. Schöppner fordert deshalb, wieder als Kollektiv besser zu verteidigen und die individuellen Duelle anzunehmen.

Generalprobe für den FC Bayern München

Auch Tim Siersleben nimmt dabei nicht nur die eigentliche Abwehr in die Pflicht. „Vom Abwehrverhalten von vorn bis hinten müssen wir auf jeden Fall draufpacken.“ Gegen Bayern dürfte schnell sichtbar werden, ob in den wenigen Tagen seit Berlin Fortschritte gelungen sind. Trainer Frank Schmidt weiß dabei um das Risiko eines solchen Tests. „Die kommen ja nicht einfach nur so, um ein Freundschaftsspiel bei uns zu machen, sondern es geht dann auch für sie los, und sie werden sich von der besten Seite zeigen“, so der 52-Jährige. Für die Münchner ist die Partie die Generalprobe vor dem Supercup gegen Vizemeister Borussia Dortmund am Samstag, 22. August. Neben den großen Namen des amtierenden deutschen Meisters könnte auch ein ehemaliger FCH-Profi auf dem Rasen stehen. Arijon Ibrahimovic absolvierte nach seiner Leihsaison in Heidenheim die gesamte Vorbereitung unter Trainer Vincent Kompany und soll eine echte Chance auf einen Kaderplatz haben.

Arijon Ibrahimovic (rechts) trug in der Vorsaison das FCH-Trikot und kehrt mit dem FCB auf den Schlossberg zurück. Foto: Eibner-Pressefoto/Edward Cheung

Schmidt richtet den Blick dennoch bewusst auf die Chance, die sich aus der schwierigen Aufgabe ergibt. Unter höchstem Druck kann der FCH an Basisthemen wie Abständen, Zweikampfführung und defensiven Abläufen arbeiten. Gerade diese funktionierten in Berlin lange nicht. „Wir müssen versuchen, uns über die Kleinigkeiten und gelungene Aktionen wieder Selbstvertrauen zu holen“, sagt er.

Wirtschaftlicher Wert der Partie

Neben der sportlichen Bedeutung bringt der Abend auch noch einen weiteren Aspekt mit sich. Die Voith-Arena wird weitgehend ausverkauft sein. Der Besuch des deutschen Rekordmeisters sorgt damit nicht nur für eine besondere Kulisse, sondern besitzt für den FCH wegen der ordentlichen Ticketeinnahmen auch einen wirtschaftlichen Wert. Und vor den eigenen Anhängern bietet sich die Gelegenheit, nach dem schwachen Auftritt in Berlin wieder das zu zeigen, wofür die Mannschaft stehen will.

Genau darum wird es für den FCH in den 90 Minuten gehen. Das 1:4 lässt sich in einem Testspiel nicht wiedergutmachen. Eine Reaktion darauf aber sehr wohl. Jan Schöppner sieht die Mannschaft auch gegenüber den Anhängern in der Pflicht: „Den Fans sind wir schon was schuldig.“ Gegen Bayern bietet sich die erste Gelegenheit, etwas davon zurückzuzahlen.

Große Momente gegen den FCB

Wenn der 1. FC Heidenheim auf den FC Bayern München trifft, ist Spektakel nicht selten. 2019 forderte der damalige Zweitligist den Rekordmeister im DFB-Pokal-Viertelfinale in München und unterlag nach einem wilden Schlagabtausch nur mit 4:5. 2024 folgte die nächste Sensation: Der FCH drehte in der Voith-Arena einen 0:2-Pausenrückstand und gewann nach einem Treffer von Kevin Sessa und einem Doppelpack von Tim Kleindienst mit 3:2. In der Vorsaison kratzten die Heidenheimer an der nächsten Sensation: Beim 3:3 in München führte der FCH mit zwei Toren und kurz vor dem Abpfiff mit 3:2, ehe die Bayern erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit ausglichen.