Dem Auswärtsspiel des 1. FC Heidenheim beim FSV Mainz 05 an diesem Dienstag, 13. Januar, eine Überschrift zu geben, fiel Frank Schmidt am Montagmorgen leicht. „Abstiegskampf“, sagte der Heidenheimer Trainer vor dem Rückrundenabschluss in der Fußball-Bundesliga in der Mainzer Mewa-Arena. Und mehr Abstiegskampf in einem Spiel geht tatsächlich nicht, wenn das Schlusslicht aus Mainz ab 20.30 Uhr auf den Vorletzten aus Heidenheim trifft.
Die Bedeutung unterstreicht ein kurzer Blick auf den Punktestand bei der Teams. Noch steht der FCH drei Punkte vor den Mainzern (neun). Bei einem Auswärtssieg würden Kapitän Patrick Mainka und Co. den Vorsprung auf die Mainzer auf sechs Zähler ausbauen und vielleicht sogar die Abstiegszone verlassen. Gewinnen die Gastgeber, würden sie wegen der besseren Tordifferenz am FCH vorbeiziehen.
Erste Spielhälfte gegen den 1. FC Köln als Vorbild
„Es wird ein ähnliches Spiel wie gegen den FC St. Pauli, da wollen wir jetzt aber ein anderes Ergebnis erzielen“, sagte Schmidt, der in der kurzen Pause nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstagnachmittag nur auf eine Mini-Vorbereitung setzt. „Es ging um Regeneration und wir möchten uns Frische holen, die Vorbereitung war daher eher theoretisch“, sagte Schmidt, der auf den gleichen Kader wie in der Partie gegen die Kölner zurückgreifen kann.

Tempo auf dem Rasen und bei der Eingewöhnung: FCH-Neuzugang Christian Conteh bringt noch diese weiteren Stärken mit
Ein Teil der Vorbereitung war die Video-Analyse, in der vorwiegend die erste Spielhälfte gegen die Kölner im Mittelpunkt stand. „Wir wollen uns auch nicht an dem orientieren, was gefehlt hat, sondern an dem, was wir gut gemacht haben“, so Schmidt, „das war in der ersten Halbzeit, in der wir in Summe gut verteidigt, immer wieder nach vorn gespielt, Chancen erspielt und zwei Tore gemacht haben.“
Und die starken 45 Minuten sollen nun auf 90 Minuten ausgeweitet werden. Dieses Ziel werden aber auch die Mainzer haben, die am vergangenen Wochenende einen ähnlichen Spielverlauf erlebten wie der FCH. Trotz einer Führung – die Mainzer lagen beim FC Union Berlin sogar mit 2:0 vorn – reichte es nur zu einem 2:2.
Gebeutelt von der Doppelbelastung: Der FSV Mainz 05 steht bei nur einem Bundesliga-Sieg
Das ist aber nicht die einzige Parallele zum FCH. Die Heidenheimer können sich wohl nur allzu gut in die Situation des Traditionsvereins hineinversetzen. Die Mainzer verloren zu Saisonbeginn ihren Topstürmer Jonathan Burkardt und mussten nach der Qualifikation für die Conference League mit der Doppelbelastung aus Ligaalltag und Europapokal zurechtkommen. Das gelang – wie beim FCH in der Vorsaison – mehr schlecht als recht. Zwar schaffte der FSV die direkte Qualifikation für das Achtelfinale des europäischen Wettbewerbs, in der Bundesliga gelang bisher aber nur ein Sieg.
Damit das so bleibt, gibt Frank Schmidt einen klaren Plan für die Partie vor. „Es kommt für beide Mannschaften, für Mainz wie auch für uns, darauf an, dass man gut und leidenschaftlich verteidigt und keinem Zweikampf aus dem Weg geht und Kämpferherz zeigt“, sagte er mit überzeugter Stimme. „Das wollen wir morgen auf den Platz bringen.“
