Doppelt hält besser: Mit der Verpflichtung von Christian Conteh von Eintracht Braunschweig hat der FCH nicht nur seinen zweiten Winterneuzugang perfekt gemacht, sondern auch ein Brüderpaar in der Fußball-Bundesliga vereint. Sirlord Conteh spielt bereits seit 2024 bei dem Fußball-Bundesligisten und verkörpert ähnliche Eigenschaften wie der Neue in der FCH-Offensive. „Mit der Verpflichtung von Christian Conteh gewinnen wir jetzt einen Spieler für unsere Mannschaft hinzu, der offensiv sowohl auf beiden Außenbahnen als auch im Zentrum zum Einsatz kommen kann“, beschreibt FCH-Vorstandschef Holger Sanwald den Einsatzbereich des 26-Jährigen. Die „extreme Schnelligkeit und sein Dribbling“ würden hervorragend in das Anforderungsprofil des FCH passen, so Sanwald über den Neuen im FCH-Dress, der einen Vertrag bis zum Sommer 2029 erhält und laut verschiedener Medienberichte eine Ablöse von mehr als einer Million Euro kostet.
In der 2. Bundesliga knackte Christian Conteh die 36-km/h-Marke
Wie sein Bruder Sirlord, der zeitweise der schnellste Spieler der Bundesliga-Geschichte war, ist der Neuzugang einer der Topsprinter im deutschen Profifußball und erreichte in der Hinrunde der 2. Bundesliga Geschwindigkeiten von mehr als 36 km/h. Was ihn von seinem drei Jahre älteren Bruder unterscheidet, ist eine geringere Verletzungsanfälligkeit. Denn: Nominell hatten die Heidenheimer eigentlich ausreichend Offensivspieler im Kader. Doch in den ersten 16 Spielen fehlte mit mageren 15 Toren nicht nur die Treffersicherheit, sondern auch an der körperlichen Robustheit für den Abstiegskampf. Sirlord Conteh und Mathias Honsak fielen in den vergangenen eineinhalb Jahren mehrfach verletzungsbedingt über Wochen aus.

Auch Budu Zivzivadze, Mikkel Kaufmann und Marvin Pieringer blicken auf längere Verletzungspausen zurück. Christian Conteh stand bei allen 17 Hinrunden-Partien der Braunschweiger in der 2. Bundesliga auf dem Rasen und hatte in seiner bisherigen Karriere noch keine schwere Verletzung zu beklagen. Mit starken Leistungen und sieben Torbeteiligungen seit Saisonbeginn (vier Treffer, drei Vorlagen) zog er das Interesse einiger Vereine auf sich.
Beim Auswärtsspiel in Mainz wohl noch nicht im Heidenheimer Kader
Und der FCH schlug zu. Der Transfer des 26-Jährigen hatte sich bereits am Wochenende angedeutet, am Montagnachmittag wurde dann Vollzug vermeldet. Für das Auswärtsspiel am Dienstag, 13. Januar, beim FSV Mainz 05, wird der Neuzugang wohl noch kein Thema sein. Frank Schmidt kündigte in der Pressekonferenz vor der Partie an, mit dem „gleichen Kader wie gegen Köln“ in der Mainzer Mewa-Arena anzutreten (Spielbeginn 20.30 Uhr).
Somit könnte es frühestens in der darauffolgenden Partie beim VfL Wolfsburg zum ersten gemeinsamen Auftritt der Conteh-Brüder kommen. Eine lange Eingewöhnungszeit dürfte Christian Conteh ohnehin nicht benötigen. „Der Verein ist mir natürlich durch meinen Bruder bestens bekannt – mit ihm künftig in der Bundesliga zusammenspielen zu dürfen, wird natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt der gebürtige Hamburger. Doch nicht nur die familiäre Hilfe dürfte bei der schnellen Akklimatisierung auf dem Schlossberg helfen. Conteh hat schon reichlich Erfahrung mit Wechseln und Neuanfängen. Wie sein Bruder ging es aus der Jugend von Concordia Hamburg zum SC Victoria Hamburg und zum FC St. Pauli. 2020 begann nach seinem Wechsel zum niederländischen Spitzenklub Feyenoord Rotterdam eine Karrierephase mit vielen Ausleihen. Dabei spielte er beim SV Sandhausen, dem FC Dordrecht und Dynamo Dresden. Nach der Vertragsauflösung bei Feyenoord verpflichtete ihn 2023 der VfL Osnabrück fest, ehe er im Sommer 2024 zu Eintracht Braunschweig wechselte.

Das Brüderpaar ist vereint: Der 1. FC Heidenheim verpflichtet Christian Conteh von Eintracht Braunschweig
Beim FCH wird er sicherlich gerne länger bleiben wollen. „Der Wechsel nach Heidenheim ist für mich der nächste wichtige Schritt in meiner Karriere“, sagt Conteh, der auf sein Bundesliga-Debüt brennt: „Ich kann es kaum erwarten, im Trikot des FCH auf dem Platz zu stehen und alles für den Klassenerhalt zu geben.“
