FCH gewinnt Testspiel – vergibt aber weiter viele Chancen
Zum zweiten Testspiel in der Länderspielpause hatte der 1. FC Heidenheim am Freitag die Würzburger Kickers zu Gast. Gegen den Drittligisten dominierte die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt über weite Strecken und siegte verdient mit 3:1. Ein Thema bleibt aber die Chancenverwertung, die besser werden muss, wenn es kommenden Freitag im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern ebenfalls klappen soll.
Schmidt hatte gegen Würzburg bis auf Budu Zivzivadze und Alessandro Vogt, die ebenso wie Frank Feller mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind, die gleiche Startformation wie in Bielefeld gewählt. An deren Stelle stürmten Mikkel Kaufmann und Mathias Honsak. Und es war auch ein ähnliches Spiel wie zuletzt in der Liga: Der FCH dominierte, vergab aber jede Menge klare Chancen.
Dominanz, aber viele vergebene Chancen
Ein Fehler der Gäste ermöglichte Kaufmann dann in der 20. Minute doch das 1:0, Paul Hennrich erhöhte 19 Minuten später auf 2:0 und nach dem Seitenwechsel machte wiederum Kaufmann mit seinem zweiten Treffer alles klar (65.). Der Unterschied zum Bielefeld-Spiel war, dass der FCH bis kurz vor Schluss die Null hielt, lange Zeit hatten die Kickers nicht einmal den Hauch einer Chance. Erst nach zahlreichen Wechseln ging bei den Heidenheimern etwas die Ordnung verloren und so kam das Team des gebürtigen Heidenheimers Michael Schiele noch zum Ehrentreffer.

„In der ersten Halbzeit waren wir extrem dominant, wir hatten die Spielkontrolle, haben hoch gepresst“, lobte Schmidt und hatte nur eines zu bemängeln: „Das Ergebnis war auch da zu dünn. Ich glaube, wenn es zur Pause 4:0 steht, kann sich keiner beschweren.“ Aber seine Mannschaft habe weitergemacht, die Zweikämpfe gewonnen, sei in der Restverteidigung immer zur Stelle gewesen.
Junge Spieler sammeln Erfahrung
In der zweiten Halbzeit wechselte Schmidt nach und nach bis auf Torhüter Thomas Dähne und Paul Hennrich das komplette Team durch, brachte dabei auch viele junge Spieler. In dieser Phase drehte sich das Spiel dann. „Je mehr Wechsel kamen, desto mehr Probleme haben wir bekommen“, resümiert der FCH-Coach und fügt an: „Es ist halt doch noch mal ein Unterschied von der U‑19-Bundesliga – wo man denkt, das ist ein Top-Level – zum Männerfußball. Aber das hilft den Jungs hier, sie haben es auch im Training gut gemacht.“
Neben den Länderspielreisenden fehlen beim FCH derzeit die verletzten Maximilian Breunig – der so um ein Duell gegen seinen für die Kickers spielenden Bruder Louis kam –, Sirlord Conteh und Marcel Costly. Bei letztgenannten könnte es laut Schmidt bis Freitag zu einem Einsatz reichen.
Verletzte und Länderspielreisende fehlen
Alles in allem war Heidenheims Trainer also zufrieden, natürlich hatte der Gegner aber auch nicht das Format. Vergangene Saison trennten FCH und Kickers noch drei Spielklassen, aktuell stehen die wieder in die 3. Liga aufgestiegenen Franken nur ganz knapp vor den Abstiegsplätzen.
Im Heimspiel am kommenden Freitag (18.30 Uhr) wartet eine weitaus schwerere Aufgabe. Kaiserslautern liegt nur zwei Plätze und zwei Punkte hinter dem FCH, hat dabei ein ganz anderes Trefferverhältnis. In den sechs Spielen der Pfälzer fielen erst zehn Tore (6:4), bei den Heidenheimern dagegen 26 (14:12). „Das wird ganz anders als heute, da wird es viel mehr um Intensität als heute gehen. Darauf müssen wir uns einstellen. Da wird die Tür nicht so weit auf sein. Da müssen wir viel effektiver spielen, als wir es heute gemacht haben.“
