Die Vorgabe für die neue Saison fasste Trainer Frank Schmidt im Sommer in wenige Worte: Es besser machen als im vergangenen Jahr. Mit Ach und Krach gelang dem FCH über den Umweg Relegation der Verbleib in der Bundesliga. Die Hinrunde lief sogar noch schlechter. Aktuell ist der FCH das Schlusslicht der Tabelle. Das Toreschießen will genauso wenig klappen wie das erfolgreiche Verteidigen. Die daraus resultierende Punkteflaute ist kein Ergebnis von Fehlern der zurückliegenden Monate, vielmehr pendelt sich der FCH in den Schranken der Bundesliga ein.
Ein genauerer Blick auf die Heidenheimer Mannschaft verdeutlicht, dass nach dem ersten Bundesliga-Jahr die Qualität im Kader von Saison zu Saison sank. Die Abgänge von Leistungsträgern wie Tim Kleindienst, Niklas Beste und zuletzt Leo Scienza konnten nicht aufgefangen werden. Da die Verpflichtung von gleichwertigem Ersatz schlicht nicht möglich war und ist, musste die Vereinsführung auf die bewährten Mittel zurückgreifen: Fantasie bei den Transfers und auch eine Portion Hoffnung.
Angreifer spielen Nebenrolle
Die anspruchsvolle Aufgabe, den Qualitätsverlust durch die Verpflichtung mehrerer interessanter Spieler mit Potenzial aufzufangen, wurde nicht gelöst. Die in den vergangenen drei Transferphasen verpflichteten Angreifer spielen in dieser Saison bestenfalls eine Nebenrolle – wenn sie denn noch auf dem Schlossberg sind.
Auch in anderen Mannschaftsteilen stockte die Weiterentwicklung von Spielern, die eben keine Garantie auf ein gleichbleibendes Bundesliga-Niveau mitbringen. In vielen Bereichen des Lebens sind solche Lernkurven normal. Im Profifußball und speziell in der Bundesliga ist dafür kein Platz. Um in der Liga zu bleiben, zählen die Punkte. Der FCH hatte sich überraschend unter die 18 besten Mannschaften gespielt. Schier noch größer war die Leistung, sich ein zweites und drittes Jahr in diesem illustren Kreis zu halten.
In dieser Zeit wurden die Heidenheimer immer weiter an den unteren Rand der Liga gedrückt. Nicht, weil der Verein in den zurückliegenden eineinhalb Jahren auf Irrwegen unterwegs war. Sondern, weil der 1. FC Heidenheim in diesem Jahr im Rahmen seiner Möglichkeiten spielt – und nicht erneut darüber hinaus. Deshalb ist die aktuelle Platzierung keine Überraschung. Mit dem Mini-Etat, dem geringsten Kaderwert und dem kleinsten Stadion startete der FCH mit einem großen Rückstand auf seine Kontrahenten. So ergeht es den „Kleinen“ eben in der Bundesliga.
Ist die Situation des FCH also hoffnungslos? Keinesfalls. Die Heidenheimer können Fußballmärchen, das haben sie mehr als einmal gezeigt. Eine Wiederholungsgarantie gibt es dafür aber keine.

