Comeback im Visier: So ist der Stand bei den Langzeitverletzten Leart Pacarada und Sirlord Conteh vom 1. FC Heidenheim
Ein Jahr. Gerade im Profifußball eine sehr lange Zeit. Seit knapp einem Jahr wartet Leart Pacarada auf seinen zweiten Pflichtspieleinsatz für den 1. FC Heidenheim. Der gebürtige Aachener war in der vergangenen Saison vom 1. FC Köln gekommen, zog sich aber bei seiner Premiere im FCH-Trikot am 3. Spieltag gegen Borussia Dortmund einen Kreuzbandriss zu. Der 31-Jährige musste sich in Geduld üben. Nach seiner Operation teilte er in einer Instagram-Story ein Bild von seinem frisch operierten Knie.

Das ist aber wiederum Geschichte. Nach mühevollen Monaten in der Reha hat sich der Linksverteidiger wieder zurückgekämpft. Ab dem 2. Spieltag stand Pacarada im Kader des FCH – blieb aber ohne Einsatz. Spielpraxis benötigt er allerdings, um sich wieder seiner vollen Leistungsstärke anzunähern. So kam er zum Beispiel im Testspiel gegen den FC Bayern München zum Einsatz. Und zuletzt sogar bei der neugegründeten U21 des FCH. „Für ihn ist so etwas sehr wichtig. Sehr viele Dinge kann man im Training einfach nicht abbilden“, erklärt Frank Schmidt. „Da ist so ein Wettkampf gegen einen Gegner, den man nicht kennt, sehr wichtig“, so der Heidenheimer Trainer über Pacaradas 60-minütigen Einsatz. „Das sind die letzten Schritte, die er gehen muss, um dann auch 100 Prozent wieder voll da zu sein.“
Am Sonntag tritt der FCH in der 2. Liga bei Arminia Bielefeld an (13.30 Uhr), dann folgt eine zweiwöchige Länderspielpause. „Die wird ihm, mit den zwei Spielen, die wir da haben, noch einmal guttun“, sagt Schmidt zu Pacaradas Situation.

Noch nicht ganz so weit ist Sirlord Conteh. Gerade einmal 15 Einsätze hatte der schnelle Offensivspieler (2 Tore) in der vergangenen Saison. Nach seiner Topleistung beim 2:1-Heimsieg gegen den FC Augsburg (ein Tor und eine Vorlage) am 5. Spieltag verletzte sich der 30-Jährige im Training und musste sich infolge eines Risses des Außenmeniskus am rechten Knie einer Operation unterziehen. Erst am 15. Spieltag gab der Flügelstürmer sein Comeback.
Allerdings traten bei ihm immer wieder Beschwerden auf, sodass eine Knie-OP im April noch einmal erforderlich wurde. Seine Reha verlief gut, er nahm sich allerdings auch die nötige Zeit, um nicht zu früh ins Mannschaftstraining einzusteigen.
Mittlerweile macht der 30-Jährige zumindest teilweise im Mannschaftstraining mit. „Es war klar, dass es eine lange Zeit dauern wird, bis er wieder zu 100 Prozent fit ist“, sagt Frank Schmidt über den schnellen Außenbahnspieler, der in der vergangenen Saison mit 35,07 km/h der viertschnellste Spieler der Bundesliga war. „Ich gehe davon aus, dass er in den nächsten drei, vier Wochen so langsam ins Mannschaftstraining komplett einsteigen wird“, so der FCH-Coach über Sirlord Conteh. Schmidt betont allerdings auch: „Man darf nicht vergessen, dass er ein paar Monate raus war. Er wird sicherlich Zeit brauchen, um wieder in den Rhythmus zu kommen.“
Beim FCH freue man sich auf den Zeitpunkt, wenn Sirlord Conteh wieder zurückkommt. „Der Zeitpunkt, an dem er sich verletzt hat, war wirklich bitter. Er war gut drauf. Jetzt ist es aber absehbar, dass er zurückkehrt. Dann haben wir eine zusätzliche sehr gute Option“, freut sich Schmidt.
FCH ohne Marcel Costly in Bielefeld
Knapp 400 Fans werden den FCH zum Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld am Sonntag (13.30 Uhr) begleiten. Nicht zum Einsatz kommen wird Marcel Costly, der im Heimspiel gegen Kiel kurz vor Schluss aufgrund muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste. Auch Maximilian Breuning (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fällt weiter aus. Budu Zivzivadze (fehlte gegen Kiel krankheitsbedingt) ist wieder dabei.
Der FCH feierte zuletzt drei Siege in Folge, Bielefeld ist seit drei Spielen ohne Sieg: Spricht das Momentum also für den FCH? Bei dieser Frage muss Frank Schmidt schmunzeln. „Ja, Momentum. Vor ein paar Wochen war das Momentum nicht auf unserer Seite und trotzdem haben wir danach die Spiele gewonnen. Da sollte man nicht so viel hineininterpretieren“, so der FCH-Coach, der anfügt: „Man kann’s auch umdrehen und sagen: Bielefeld hat auswärts die drei Spiele verloren, aber zu Hause fünf Tore geschossen gegen St. Pauli und Cottbus und vier Punkte geholt. Auf der Alm ist es nie einfach. Wir wissen schon, dass wir auf einen Gegner treffen, der jetzt unbedingt drei Punkte holen will vor dieser langen Länderspielpause. Wir müssen sehr stabil agieren, wie in den letzten zwei Spielen, gerade in der Defensive, um da etwas mitzunehmen.“
