Dass die Vorbereitung unter Trainer Frank Schmidt nicht gerade ein Wohlfühlprogramm ist, haben die Spieler des 1. FC Heidenheim in den vergangenen Jahren am eigenen Leib erlebt. Neben den intensiven Einheiten wartet auf die FCH-Profis in diesen Tagen eine weitere Herausforderung. Mit der Entscheidung, die kurze Trainingsphase auf dem Schlossberg abzuhalten, stehen acht Trainingstage auf der eisigen Ostalb an, bis es am Samstag, 10. Januar, in der Voith-Arena um die ersten Punkte im Jahr 2026 in der Bundesliga geht. Angesichts des Wintereinbruchs stellt sich die Frage: War der Verzicht auf ein Trainingslager die richtige Wahl?

Trainingsauftakt 2026 beim 1. FC Heidenheim
„Am Ende wird es das Spiel gegen Köln zeigen, was das Richtige gewesen wäre“, sagte FCH-Kapitän Patrick Mainka beim Trainingsauftakt. Ähnlich klingen die Worte von Holger Sanwald, dessen Erinnerungen an eine Wintervorbereitung in Heidenheim schon sehr schwach sind. In den vergangenen 20 Jahren sei der Verein zu dieser Zeit im Trainingslager gewesen, so der Vorstandschef. „Mein Gefühl sagt mir, dass es besser ist, hierzubleiben, damit wir nicht diese Klimaschwankungen haben“, fügte er hinzu.
Der 1. FC Köln bereitet sich in Spanien auf das Duell gegen den FCH vor
In den Worten schwingt auch eine Portion Hoffnung mit. Zu wichtig sind die ersten Partien des Jahres gegen die direkten Konkurrenten aus Köln und Mainz. Der 1. FC Köln wählte die andere Option und trainiert bis zum 9. Januar in La Nucia an der spanischen Costa Blanca – gut eine Autostunde vom Heidenheimer Quartier der vergangenen Winter in Algorfa entfernt. Dort hatte der FCH stets perfekte Trainingsbedingungen und Temperaturen um 15 bis 20 Grad.

In Heidenheim sinkt das Thermometer in dieser Woche in den empfindlichen Minusbereich. Deshalb kam auch Trainer Frank Schmidt, der sich bereits im Herbst für die Vorbereitung in Heidenheim entschieden hatte, rund um die Weihnachtsfeiertage ins Grübeln. „Ich war zweimal hier am Trainingsplatz, weil ich Sorgen gehabt habe“, so der 52-Jährige, der nach den ersten Einheiten aber erleichtert war. Die Bedingungen seien gut, sagte er.
Einstimmung auf die kalten und intensiven Wochen in der Bundesliga
Die Rasenheizung auf dem Trainingsplatz der Profis sorgte dafür, dass dieser schnee- und eisfrei war und die Übungen wie geplant durchgeführt werden konnten. „Ein Riesenkompliment an das Platzwartteam, heute konnten wir top trainieren“, so der FCH-Coach am Freitagnachmittag. „Ich hoffe, dass es einigermaßen so bleibt.“

Und wenn es nicht so bleibt und ergiebige Schneeschauer auf den Trainingsplatz niedergehen? „Dann schippen wir“, sagte Holger Sanwald mit einem Augenzwinkern. „Die Bedingungen sind so, wie sie sind“, so der FCH-Verantwortliche, der aus der Situation sogar Positives zieht. Vielleicht könne der Bundesligist sogar „einen Vorteil“ daraus schlagen, sagte er. Diesen sieht auch Patrick Mainka. „Du musst dich nicht zweimal akklimatisieren, das macht es einfacher für den Körper“, sagte der FCH-Kapitän und blickte auf die intensiven Wochen zu Jahresbeginn: „Es wird rau werden, und so fängt es jetzt auch an.“
Schmidt setzt auf „Identität und Mentalität“
Trainer Frank Schmidt verwies dabei auch auf die Partie gegen die Kölner an diesem Samstag um 15.30 Uhr. „In einer Woche wird es nicht gravierend anders sein, deshalb können wir uns darauf vorbereiten, wie es auch beim Spiel sein wird“, so der FCH-Coach. Und geht es nach Schmidt, sind im Abstiegskampf ohnehin noch weitere Fähigkeiten gefordert, die über Fitness und Taktik hinausgehen. „Dieses Jahr ist es eine andere Situation, es geht um Identität und Mentalität, die kann ich hier besser trainieren“, stellte er heraus.

Die Frage, wie groß die Auswirkungen der Vorbereitungsentscheidung im Duell zwischen den wintererprobten Heidenheimern und den sonnenverwöhnten Kölnern sein werden, wird letztlich erst am Samstagnachmittag um circa 17.20 Uhr beantwortet. Zumindest für Patrick Mainka scheint der Faktor Trainingslager nicht spielentscheidend zu sein: „Ob sie jetzt aus der Sonne oder von sonst woher kommen, ist mir scheißegal, wir wollen das Spiel gewinnen.“

