Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Steinheim am Mittwochabend standen wieder drei Dinge im Fokus: ein Rückblick auf das Erreichte, eine Vorschau aufs Geplante und vor allem ein großes Danke an all die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und somit den viel beschworenen Kitt der Gesellschaft ausmachen.
Neben den Laudatoren des Abends war es vor allem die Aufgabe von Bürgermeister Holger Weise, diesen Dank auszusprechen: In seiner Rede wies er darauf hin, dass seine erste Amtsperiode zum 31. Dezember enden wird. „Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Ehrenamtlichen, insbesondere bei allen Vereinsvorständen, bei den Kommandanten der Feuerwehr, den Bereitschaftsleitungen des DRK und den Gemeinderäten, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zu bedanken.“ Was zunächst klingt, wie eine vorzeitige Abschiedsrede, ist alles andere als das: Weise hat bereits mehrfach klargemacht, dass er für eine weitere Amtszeit kandidieren will.
Sparmaßnahmen werden spürbar sein
Weise ging in seiner Rede auf die internationalen und nationalen Krisen ein, die auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, vor allem finanziell, direkt betreffen: „Die Auswirkungen der Krisen wie auch die Inflation treffen Sie privat, aber auch die Gemeinde. Die finanziellen Spielräume werden in den nächsten Jahren deutlich enger.“ Die Gemeinde werde sparen müssen. „Das werden Sie leider dann sicher an der ein oder anderen Stelle auch spüren.“

Trotz aller Herausforderungen können die Steinheimer mit Freude und Zuversicht ins neue Jahr gehen. Gründe dafür gibt es einige, nicht zuletzt natürlich die förmlich herbeigesehnte Einweihung der neuen Wentalhalle am 19. September. „Sie fehlt uns einfach“, stellte Weise fest und sprach den Steinheimerinnen und Steinheimern damit sicherlich aus der Seele. Aber er stellte auch klar: „Alle, die auf die alte Halle in Neu hoffen, die muss ich enttäuschen.“ Die neue Wentalhalle sei eine andere Halle, die aber wieder „eine würdige Heimat“ für die Sportler sein werde.
Zehntstadel: „Warum brauchen wir das Ding?“
Deutlich umstrittener in Teilen der Bevölkerung war und ist der aufwändige Umbau des Zehntstadels. Er soll im Juni mit einem großen Fest offiziell eingeweiht werden. „Warum brauchen wir das Ding?“, habe man ihn in letzter Zeit in Anbetracht der hohen Umbaukosten häufiger gefragt. Weise erinnerte daran, dass bei einer Befragung der Bürgerschaft 2019 die Sanierung des Zehntstadels klar befürwortet worden sei. Gemeinde und Gemeinderat seien also klar dem Wunsch einer Mehrheit gefolgt. „Zugegeben, der Zehntstadel und seine Sanierung sind auch für mich ein Herzensprojekt.“ Und was die Kosten anbelangt: Der Zehntstadel steht unter Denkmalschutz und kann deshalb nicht einfach abgerissen werden. „Allein der Erhalt des Gebäudes als Schuppen hätte die Gemeinde mehrere Hunderttausend Euro gekostet.“
Sie fehlt uns einfach.
Holger Weise
Steinheims Bürgermeister zur Wentalhalle
Neben den beiden Einweihungen wird 2026 auch wieder viel gebaut: Der Breitbandausbau geht weiter, Maßnahmen für den Hochwasserschutz sollen umgesetzt werden, der Umbau der Sontheimer Ortsdurchfahrt könnte nach Jahren endlich Realität werden und auch die Bundesstraße B466 soll weiter saniert werden.
Bei vielem davon ist auch die Gemeinde Steinheim von anderen Behörden als Partner abhängig. Wichtigster ist dabei sicherlich das Heidenheimer Landratsamt. Landrat Peter Polta war ebenfalls nach Steinheim gekommen und betonte in seiner Ansprache das gute und vertrauensvolle Verhältnis, das zwischen Landratsamt und Steinheimer Rathaus bestehe: „Wir reden miteinander und nicht über einander.“ Er lobte zudem das „lebendige Miteinander“ in der Gemeinde Steinheim, die für ihn als Musterbeispiel für „gemeinsames Anpacken“ gilt.
Auszeichnungen für verdiente Steinheimerinnen und Steinheimer
Das Ehrenamt steht ebenfalls im Zentrum des Steinheimer Neujahrsempfangs. Ehrenmedaillen der Gemeinde Steinheim erhielten in diesem Jahr: Ulrich Weiler, seit 13 Jahren Kommandant der Steinheimer Gesamtfeuerwehr, Dagmar Schwarz und Johannes Rimpf von der Helfer-vor-Ort-Gruppe Steinheim sowie Evelyne Laye aus Colombelles, ohne die die enge Verbindung nach Frankreich und das funktionierende Partnerschaftskomitee kaum denkbar wären. Die Ehrung der Bürgerstiftung Steinheim ging in diesem Jahr an Hans Bösinger für sein politisches, vor allem aber sein soziales Engagement. Separate Texte dazu folgen.

