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Von der Doppelgarage zum Zukunftsstandort: Baumann Haustechnik & Spenglerei in Sontheim

Baumann Haustechnik & Spenglerei verbindet 30 Jahre Handwerkserfahrung mit Ingenieurswissen aus Forschung und Entwicklung – und stellt mit dem Generationenwechsel und dem neuen Firmensitz die Weichen für die Zukunft.

Aus einem Ein-Mann-Betrieb ist ein Familienunternehmen mit elf Beschäftigten, außergewöhnlicher fachlicher Tiefe und klarem Zukunftskurs geworden. Der Neubau im Gewerbegebiet „Am Meilenstein“ macht diesen Wandel nun auch nach außen sichtbar.

Aufgebaut von Paul und Diana Baumann

Am 1. Oktober 1995 begann die Geschichte der Baumann Haustechnik & Spenglerei GmbH in einer Doppelgarage. Paul Baumann machte sich zunächst allein im Bereich Spenglerei selbstständig. „Ich habe in einer Doppelgarage auf kleinstem Raum angefangen“, erinnert sich der Firmengründer. Doch schon innerhalb des ersten Jahres kam der erste Mitarbeiter hinzu. Maschinen wurden angeschafft, die Nachfrage wuchs und aus dem kleinen Anfang entwickelte sich Schritt für Schritt ein breit aufgestellter Handwerksbetrieb.

Diese Entwicklung war von Beginn an eine gemeinsame Familienleistung. Diana Baumann übernahm abends und an den Wochenenden die Büroarbeit – neben Vollzeitberuf, Hausrenovierung und Kind. Während Paul Baumann die Baustellen, Kunden und den Aufbau des Betriebs vorantrieb, hielt sie im Hintergrund die kaufmännischen und organisatorischen Fäden zusammen. Auf die Spenglerei folgten Sanitär und Heizung. Damit legten beide das Fundament für das Unternehmen, das heute in die nächste Generation geführt wird.

Elf Beschäftigte – und eine außergewöhnliche Qualifikationsdichte

Heute beschäftigt BHS elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter einen Auszubildenden. Bemerkenswert ist dabei nicht allein die Größe, sondern vor allem die fachliche Dichte im Team: Drei Meister, ein Techniker und zwei Ingenieure arbeiten gemeinsam an Lösungen für Gebäude, Dächer und nachhaltige Energiesysteme. Eine solche Kombination aus handwerklicher Erfahrung, Planungskompetenz und wissenschaftlichem Hintergrund ist für einen regionalen Handwerksbetrieb außergewöhnlich.

Der Neubau im Gewerbegebiet „Am Meilenstein“ schafft nicht nur mehr Platz für Werkstatt, Lager und Büro, sondern bildet auch die Grundlage für weiteres Wachstum, moderne Abläufe und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Foto: Stadler Madia

Die Spenglerei bleibt dabei eine tragende Säule des Unternehmens. Im Bereich Sanitär, Heizung und Klima liegt der Schwerpunkt klar auf nachhaltigen Energiesystemen und ihrer Einbindung in moderne Gebäudetechnik. Im Zentrum stehen Wärmepumpen: nicht als einzelnes Gerät, sondern als Gesamtsystem, das fachgerecht geplant, dimensioniert, hydraulisch eingebunden und auf das jeweilige Gebäude abgestimmt werden muss.

Der Generationswechsel war keine Selbstverständlichkeit

Dass Sohn Dr. Christian Baumann den Familienbetrieb eines Tages weiterführen würde, war lange nicht ausgemacht. Als Kind sah er seine Zukunft zunächst nicht im elterlichen Unternehmen; mit 23 Jahren begannen die ersten ernsthaften Gespräche über eine mögliche Nachfolge. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seinen eigenen fachlichen Weg eingeschlagen: Auf den Bachelor in Energietechnik folgte der Master in Nachhaltigen Energiesystemen. Danach sammelte er Erfahrung in der Industrie und in der akademischen Forschung. Seine Promotion absolvierte er im Fachbereich Wärmepumpen zum Thema Lastverschiebung – also zu der Frage, wie Wärmepumpen intelligent, effizient und netzdienlich betrieben werden können.

Während des Studiums lernte er seine heutige Frau Jelena kennen. Auch sie verfügt über einen Masterabschluss und mehrjährige Ingenieurserfahrung. Gemeinsam entschieden sich beide schließlich dafür, Verantwortung im Familienunternehmen zu übernehmen. Der Übergang von Paul und Diana Baumann auf Sohn und Schwiegertochter ist heute klar angestoßen und wird Schritt für Schritt umgesetzt. Dabei geht es nicht um einen Bruch mit dem Bestehenden, sondern um die Verbindung zweier Stärken: jahrzehntelange Praxiserfahrung auf der einen, aktuelles Ingenieurs- und Forschungswissen auf der anderen Seite.

Forschung trifft Handwerk

Genau darin liegt das besondere Profil von BHS. Das Unternehmen kann technische Entwicklungen nicht nur einbauen, sondern aus Planung, Betrieb und Energieeffizienz heraus bewerten. Zugleich bleibt jede Lösung in der handwerklichen Praxis verankert. Was wissenschaftlich sinnvoll erscheint, muss auf der Baustelle funktionieren, zuverlässig betrieben werden können und zum Gebäude wie zu den Menschen passen.

Der Neubau im Gewerbegebiet „Am Meilenstein“ schafft nicht nur mehr Platz für Werkstatt, Lager und Büro, sondern bildet auch die Grundlage für weiteres Wachstum, moderne Abläufe und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Foto: Stadler Media

Diese Verbindung ist gerade bei Wärmepumpen entscheidend. Effizienz entsteht nicht allein durch die Auswahl eines Geräts, sondern durch das Zusammenspiel von Gebäude, Wärmeverteilung, Hydraulik, Regelung und Nutzerverhalten. BHS bündelt dafür die Erfahrung aus drei Jahrzehnten Handwerk mit Know-how auf Spitzenniveau aus Energietechnik, Forschung und Entwicklung.

Ein Neubau, der die eigene Haltung sichtbar macht

Mit dem Wachstum und dem laufenden Generationswechsel waren die bisherigen räumlichen Möglichkeiten ausgeschöpft. „So, wie es war, ging es nicht mehr, weil wir schlicht zu wenig Platz hatten“, sagt Paul Baumann. Die Antwort darauf war der Neubau im Sontheimer Gewerbegebiet „Am Meilenstein“. Im Oktober 2024 begannen die Arbeiten; bereits im Februar 2025 stand das neue Gebäude. Nach dem anschließenden Innenausbau bezog BHS im März 2026 den neuen Firmensitz. Ein großer Teil der Arbeiten entstand gemeinsam mit dem eigenen Team in Eigenleistung.

Der neue Standort schafft nicht nur mehr Platz für Werkstatt, Lager und Büro. Er bildet die Grundlage für weiteres Wachstum, moderne Abläufe und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten für das Team. Zugleich setzt das Gebäude die Nachhaltigkeitsidee des Unternehmens praktisch um: Es ist energieeffizient geplant, nach Unternehmensangaben stromseitig vollständig autark und verfügt über ein Gründach, das zusätzlichen Lebensraum für Flora und Fauna bietet. Damit wird die eigene Vision nicht nur bei Kundenprojekten vertreten, sondern am Firmensitz selbst gelebt.

Der Neubau im Gewerbegebiet „Am Meilenstein“ schafft nicht nur mehr Platz für Werkstatt, Lager und Büro, sondern bildet auch die Grundlage für weiteres Wachstum, moderne Abläufe und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Foto: Natascha Schröm

Ein wichtiger Baustein für die Realisierung war die Förderung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Der Zuschuss unterstützte eine Investition, die weit über neue Räume hinausgeht: Der Neubau sichert den Unternehmensstandort in Sontheim, stärkt Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region und schafft die Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Handwerksbetrieb.

Spitzenniveau, ohne die Wurzeln zu verlieren

Trotz Expansion und technischer Spezialisierung soll BHS ein persönliches Familienunternehmen bleiben. Verlässlichkeit, Fairness, Nachhaltigkeit und die enge Zusammenarbeit im Team prägen den Anspruch an die tägliche Arbeit. Paul und Diana Baumann haben den Betrieb aus kleinsten Anfängen aufgebaut. Christian und Jelena Baumann führen diese Geschichte mit neuen Kompetenzen, neuen Strukturen und einer klaren Vision fort.

So steht der neue Firmensitz sinnbildlich für den gesamten Wandel: Aus der Doppelgarage ist ein moderner, nachhaltiger Zukunftsstandort geworden. Die Wurzeln liegen im Handwerk – der Blick geht in Richtung energieeffizienter Gebäudetechnik, wissenschaftlich fundierter Wärmepumpenlösungen und einer starken nächsten Generation.

Nachhaltig gebaut

Der Baubeginn des Neubaus im Sontheimer Gewerbegebiet erfolgte im Oktober 2024. Rund eineinhalb Jahre später konnte der neue Firmensitz nach Abschluss des Innenausbaus bezogen werden.

Auf einen Blick:

Holzbau: nachhaltige Bauweise mit nahezu erreichtem Passivhaus-Standard

Flächen: 400 m² Werkstatt sowie 170 m² Büro- und Sozialräume

Heizen & Kühlen: Betonkernaktivierung in Verbindung mit einer Wärmepumpe

Gründach: Begrünte Dachflächen schaffen zusätzlichen Lebensraum für Flora und Fauna

Solarenergie: Eine 40-kWp-Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher ermöglicht einen autarken Betrieb und macht das Unternehmen unabhängig vom Stromnetz

E-Mobilität: E-Ladesäulen für das Laden von Elektrofahrzeugen