Ehrenamt bei den Kleinsten

Kindergruppe der Niederstotzinger Feuerwehr steht in den Startlöchern

Ein neues Angebot der Feuerwehr Niederstotzingen für Kinder ab sechs Jahren soll neben Spaß und Spiel Gespür für Gemeinschaft und Brandschutz vermitteln

Jugendgruppen bei der Feuerwehr sind die Regel. Eine Gruppe für Kinder allerdings gibt es im Landkreis Heidenheim bisher nicht. Niederstotzingen ändert das: Neben der Jugendfeuerwehr wird dort jetzt eine Kindergruppe als zusätzliches Angebot eingerichtet. Kilian Noller, Jugendwart der Feuerwehr Niederstotzingen, stellte dem Gemeinderat dieses Angebot vor, das sich an Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren richtet. Damit soll die Lücke zwischen Brandschutzerziehung im Kindergarten und der Jugendfeuerwehr geschlossen werden. 

Für die Leitung der Gruppe konnten drei Pädagoginnen gewonnen werden, die sich in dieser Position ehrenamtlich einbringen und, so Noller, „in den Startlöchern stehen“, wofür er ebenso wie Bürgermeister Marcus Bremer Dank aussprach. In den Startlöchern stehe im Übrigen auch die Zielgruppe: Mit 15 Kindern könne die Gruppe beginnen, und das, ohne dass die Werbetrommel gerührt worden sei.

Latzhose statt Uniform

Der spielerische Aspekt mit Spielen und Basteltätigkeiten mit Feuerwehrbezug solle in der Gruppe, die alle drei Wochen zusammenkommt, im Vordergrund stehen. Dessen Anteil gab Noller mit etwa 70 Prozent an, die restlichen 30 Prozent werden Feuerwehrthemen ausmachen. Im Fokus stehe spielerisches Heranführen an die Feuerwehr ohne Teilnahme an feuerwehrtechnischen Übungen. Statt Uniform gibt es Latzhose, dazu Arbeitshandschuhe und T-Shirts, möglicherweise Baseballkappen.

Im Gremium kam diese neue Einrichtung gut an. Eine weitere Kindergruppe am Ort zu haben, sei nur positiv, so Bernd Hegele, der Fraktionsvorsitzende der CDU, zumal bei der Feuerwehr nicht nur die Bespaßung Programm sei, sondern auch Kameradschaft vermittelt werde und „das Gefühl, da gehöre ich hin“. Dass die Kinder dann auch bei der Feuerwehr bleiben, hofft er ebenso wie die weiteren Fraktionsvorsitzenden Manuela Kammerer (BWI) und Martin Däumling (SPD). Wie hoch denn die Quote derer sei, die nach der Jugendfeuerwehr weitermachen, erkundigte sich Däumling bei Noller, der jedoch darauf verwies, dass die Zahl stark schwankend sei.

Lob für Jugendarbeit

Den Vorteil einer Kindergruppe, wie ihn Bürgermeister Marcus Bremer beschrieb, nämlich dass spielerisch ein Gespür dafür entwickelt werde, worauf es in der Gesellschaft im Allgemeinen und bei der Feuerwehr im Besonderen ankommt, wurde allgemein gesehen. „Unsere Feuerwehr lebt davon, dass sich Menschen engagieren, und wir müssen sämtliche Foren nutzen, um dafür zu appellieren.“ Die ausgezeichnete Jugendarbeit der Feuerwehr wurde dabei allseits gelobt.

Die für die Einrichtung der Kindergruppe notwendige Satzungsänderung wurde denn auch einstimmig beschlossen. Hinzugefügt wurde in diesem Zusammenhang auch eine Regelung, wonach sich zur ideellen und finanziellen Unterstützung der Feuerwehr ein Förderverein bilden kann, der sodann von der Gemeindefeuerwehr und der Stadt unabhängig ist und lediglich seiner Vereinssatzung unterliegt.

„Passt in die Garage“

Wohl im Dezember wird der neue Gerätewagen Logistik für die Feuerwehr geliefert, teilte Bürgermeister Bremer dem Gremium mit. Mit diesem sei die Feuerwehr dann auch materiell gut aufgestellt und könne den veränderten Anforderungen gerecht werden. Und noch ein Plus konnte er vermelden: „Der neue Gerätewagen passt in die Garage.“