Betrug

Falscher Polizist erbeutet fünfstelligen Betrag bei Telefonbetrug in Niederstotzingen

Ein falscher Polizist brachte einen Senior in Niederstotzingen am Freitag um einen mittleren fünfstelligen Betrag. Die Polizei hat nach dem Telefonbetrug die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen um Hinweise.

Am Freitag wurde ein Senior aus Niederstotzingen um sein Erspartes gebracht. Wie die Polizei mitteilt, gab sich ein Unbekannter gegen Mittag am Telefon als Polizist aus Günzburg aus. Er erzählte dem Senior, dass gegen ihn Ermittlungen wegen eines Einbruchs/Raubes geführt werden. Durch eine geschickte Gesprächsführung erlangte der Betrüger die Info, dass sich der Senior tatsächlich im Besitz eines größeren Geldbetrages befindet.

Der angebliche Polizist gab dem Senior die Anweisung, er müsse nun das vermeintlich ergaunerte Geld an die Polizei für eine Überprüfung übergeben. Der Mann ging darauf ein und gab einen Geldbetrag im mittleren fünfstelligen Bereich an einen Abholer. Dieser erschien gegen 12.50 Uhr an der Wohnanschrift des Opfers und nahm das Geld in Empfang. Anschließend ging der Unbekannte zu Fuß in Richtung Einkaufsmarkt. Erst einige Stunden später vertraute sich der Senior seiner Tochter an und der Betrug flog auf.

Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise

Der Abholer wird als ca. 20 bis 30-jähriger Mann mit südländischer Erscheinung beschrieben. Er war ca. 165–170 cm groß, hatte eine normale Statur, mittellange dunkle Haare und einen dunklen, getrimmten Vollbart. Er war mit einer hellblauen Jeans, weißen Sneakern mit schwarzem Nike-Symbol, einem dunkelbraunen Oberteil und einer schwarzen Jacke aus Lederimitat bekleidet. Zudem hatte er eine Sonnenbrille auf. Die Kriminalpolizei Ulm (Tel. 0731/188-0) hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die möglicherweise zwischen 12.45 und 13 Uhr Verdächtiges in der Hauffstraße oder auf dem Parkplatz des nahegelegenen Einkaufsmarktes beobachtet haben.

Das rät die Polizei:

Die Polizei wird am Telefon nie um Bargeld und/oder wertvolle Gegenstände bitten. Telefonbetrüger sind regelmäßig aktiv, und das auch manchmal mit Erfolg. Jedes Opfer ist eines zu viel. Deshalb warnt die Polizei regelmäßig vor den Betrügern:

- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.

- Legen Sie den Hörer auf. So werden Sie Betrüger los.

- Werden Sie immer misstrauisch bei Forderungen nach Geld oder persönlichen Daten.

- Wählen Sie selbst die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen Sie nicht die Rückruftaste.

- Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

- Die Betrüger suchen in Telefonverzeichnissen vor allem nach Vornamen, die auf ältere Personen hindeuten. Wer sein Risiko solcher Anrufe verringern will, der könnte sich aus den öffentlichen Verzeichnissen streichen lassen oder veranlassen, dass der Vorname nur abgekürzt genannt wird.

- Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie vertrauen.

- Geben Sie bitte diese Tipps in Ihrem Familien- und Freundeskreis weiter.