Die Palm-Gruppe setzt ein weiteres deutliches Zeichen für ihren Stammsitz in Neukochen: Das Familienunternehmen will hier ein zusätzliches, ein drittes, Verwaltungsgebäude errichten. Damit bekennt sich der international tätige Papier- und Wellpappenhersteller klar zu seinem Ursprung.
„Wir fühlen uns hier wohl, sind standorttreu und wollen mit unserer Verwaltung weiter hierbleiben“, sagt Seniorchef Dr. Wolfgang Palm. Dabei habe man in der Unternehmensführung die Standortfrage durchaus intensiv diskutiert. Und sich gefragt: „Sind wir mit unserer Verwaltung in Aalen-Neukochen überhaupt am richtigen Standort?“ Die Antwort fiel eindeutig aus. Ausschlaggebend sei nicht zuletzt der breite Rückhalt durch die Stadt Aalen und die kommunalpolitischen Gremien in Aalen und Unterkochen gewesen. Besonders in Erinnerung geblieben ist Palm etwa die einstimmige Zustimmung des Aalener Gemeinderats damals für den Neubau der Papierfabrik in Neukochen. „Wir spüren eine enorme politische Unterstützung – von der Stadtverwaltung, von Oberbürgermeister Frederick Brütting, vom Gemeinderat und von der Bevölkerung“, resümiert Wolfgang Palm.
Zwei Verwaltungsgebäude
Am Standort Neukochen befinden sich bislang zwei Verwaltungsgebäude. Das erste ließ Palms Vater, Dr. Wilfried Palm, bereits 1974 errichten. Das zweite markante Gebäude mit dem wellenförmigen Dach, das an ein Blatt Papier erinnert, entstand zwischen 2000 und 2002 unter der Regie von Wolfgang Palm. Beide Bauten sind miteinander verbunden. Das jüngere Verwaltungsgebäude ist architektonisch bewusst als Symbol für das Produkt des Unternehmens gestaltet.
„Haben erneut Platzbedarf“
Dieses jüngere Verwaltungsgebäude wurde 2002 in Betrieb genommen und ist inzwischen vollständig belegt. „Unser Unternehmen wächst weiter. Jetzt haben wir erneut Platzbedarf“, sagt Palm. Einen Besprechungsraum musste man bereits zugunsten zusätzlicher Büroflächen aufgeben. Für den Seniorchef ist klar: „Wir werden nicht umhinkommen, ein drittes Verwaltungsgebäude zu bauen.“
Aktuell existiert der Neubau lediglich in Form einer Grobplanung auf Papier. Palms Aussage zufolge soll er in den Jahren 2027 und 2028 auf dem Firmengelände entstehen und einen ähnlichen Umfang haben wie die beiden bereits bestehenden Verwaltungsgebäude.
Was den Seniorchef besonders freut: „Als Architekt konnten wir erneut das renommierte Hamburger Büro Hadi Teherani gewinnen, das bereits den letzten Verwaltungsbau entworfen hat.“ Auch diesmal, so betont der Seniorchef, soll es kein reiner Zweckbau werden, sondern ein architektonisches Ausrufezeichen. Dieses also wird sich einreihen in die berühmtesten Bauten von Hadi Teherani. Dazu zählen etwa die „Tanzenden Türme“ und die Europa-Passage in Hamburg, die markanten Kranhäuser in Köln und der Fernbahnhof am Flughafen Frankfurt.
Auffällig ist die ungewöhnliche Form des neuen Verwaltungsgebäudes: kein eckiger Bau, sondern ein abgerundetes gleichseitiges Dreieck. „Es ähnelt der Form eines Wankelmotors“, sagt Palm schmunzelnd. Auf Hallenstützen wird verzichtet. Stattdessen übernehmen geschwungene Stahlbetonelemente an der Fassade die Tragfunktion. Sie verlaufen in einer sinusähnlichen Wellenlinie – eine bewusste Reminiszenz an die gewellte Papierbahn einer Wellpappenverpackung.
Architektonisches Highlight
Als weiteres architektonisches Highlight nennt Palm das vollständig überglaste Foyer, das für einen starken Lichteffekt sorgen soll. So falle Licht nicht nur von außen, sondern auch von innen in die Büros, was eine helle und freundliche Arbeitsatmosphäre schaffe.
„Noch stehen wir ganz am Anfang der Planungen“, räumt Palm ein. In diesem Jahr soll die Feinplanung erfolgen. Genehmigungsbehörde ist die Stadt Aalen, am Ende entscheidet der Gemeinderat. Palm hofft auf eine Baugenehmigung noch in diesem Jahr. Zur Höhe der Investition möchte er keine Angaben machen.
Die Entwicklung der Palm-Gruppe
Die Palm-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2025 positiv entwickelt. Der Umsatz lag bei rund zwei Milliarden Euro. Durch den Zukauf von fünf Wellpappenwerken des weltgrößten Papierkonzerns International Paper sowie eine 50-prozentige Beteiligung an einem Wellpappenwerk in Tschechien ist die Zahl der Beschäftigten auf 4800 gestiegen.
Am Stammsitz in Neukochen arbeiten derzeit rund 300 Beschäftigte, davon etwa 100 in der Verwaltung. Mit dem neuen Gebäude könnte diese Zahl um rund 50 erhöht werden.

