Arbeit mit Monet192, Milano und Esther Graf

Musikproduzent „Lyfrix“: Wie Nolan Loncaric aus Staufen erfolgreich sein Hobby zum Beruf gemacht hat

Nolan Loncaric aus Staufen hat es mit Beats aus dem Kinderzimmer bis zum erfolgreichen Musikproduzenten geschafft. Unter dem Namen „Lyfrix“ landete er schon mehrere Millionen-Singles und Alben, die bereits Gold und Platin ausgezeichnet wurden.

Drake, Taylor Swift, The Weeknd: Zum Ende des Jahres tauchen diese Namen in nahezu jedem Rückblick der Musik-Streamingplattformen auf. Doch auch ein gebürtiger Heidenheimer und ehemaliger Staufener dürfte im ein oder anderen „Spotify Wrapped“ erscheinen – ohne dass sein Name einem bekannt vorkommen könnte. Denn als Musikproduzent arbeitet Nolan Loncaric alias Lyfrix eher im Hintergrund. Mit gerade einmal 20 Jahren liefert er bereits Beats für einige Größen des deutschen Hip-Hop- und Trap-, sowie Pop-Genres und erreicht dabei Hunderttausende monatliche Hörer. Gold- und Platinplatten hängen ebenfalls schon an den Studiowänden des jungen Musikenthusiasten, dessen Zukunft im professionellen Musikbusiness vielversprechend erscheint.

Beats aus dem Kinderzimmer

In Heidenheim geboren, wurde Nolan Loncaric das musikalische Interesse bereits in die Wiege gelegt: Sein Vater Milan Loncaric war 1989 Mitgründer der Power-Metal-Band Brainstorm und ist bis heute als E-Gitarrist für die Gerstetter Band aktiv. „Metal-Head bin ich jetzt nicht, aber das musikalische Interesse war irgendwie schon immer da“, sagt Loncaric.

Nachdem die Familie von Heidenheim nach Staufen gezogen war, experimentierte Loncaric erstmals mit „FL Studio“ – ein Programm, mit dem eigene Musikstücke digital auf dem Computer komponiert werden können. „Mein Bruder gab mir seinen Zugang, und ich baute meine ersten Beats“, erinnert er sich. Das Interesse war geweckt – und auch das Potenzial zeigte sich schnell. Bald nahm Loncaric erste Songs mit lokalen Rap-Künstlern auf. Die Künstler rappten auf die Beats von „Lyfrix“, wie sein Künstlername lautet; anschließend fügte Loncaric die Tonspuren zusammen und verfeinerte sie, bis ein abgemischter, veröffentlichungsreifer Song entstand – klassische Produzentenarbeit.

Parallel dazu besuchte er das Gymnasium. Doch aus dem Hobby wurde zunehmend Ernst: „Irgendwann bin ich all-in gegangen“, erklärt der heute 20-Jährige. Da er keine konkreten Pläne für eine andere berufliche Laufbahn hatte und die Fachhochschulreife bereits abgeschlossen war, wurde der Gedanke, sich vollständig auf die Musik zu konzentrieren, immer reizvoller. Genau zu diesem Zeitpunkt kam auch der Durchbruch: Der von ihm produzierte Song „Ewigkeit“ mit Erobé sorgte deutschlandweit für Aufmerksamkeit und schaffte es sogar ins Radio. Später veröffentlichte DJ Kxxma im Jahr 2023 einen Remix des Songs, der inzwischen knapp 100 Millionen Streams allein auf Spotify verzeichnet. Die Originalversion wurde bislang mehr als 22 Millionen Mal gestreamt. Für Loncaric war damit klar: Von Musik kann – und möchte – er leben.

Der Ruf aus Mannheim

Die Zusammenarbeit bei Erfolgen wie „Ewigkeit“, der mittlerweile mit Gold und Platin ausgezeichnet ist, lief hauptsächlich über das Mannheimer Musiklabel „Good Kid Records“. Das Label besteht seit 2020 und hat mehrere bekannte deutschsprachige Künstler unter Vertrag. Auch im angeschlossenen Musikverlag „Good Kid Publishing“, der gezielt junge Talente fördert, tauchte der Name „Lyfrix“ immer häufiger auf. Entsprechend wuchs die Nachfrage: Immer mehr Anfragen erreichten Nolan Loncaric.

Die Arbeit mit der digitalen Musik bewegten ihn dann dazu, aus dem Elternhaus in Staufen in die Großstadt am Rhein zu ziehen. Dort arbeitet der 20-Jährige heute als selbstständiger Musikproduzent und kooperiert weiterhin eng mit „Good Kid Records“ und schloss dort einige Freundschaften in der Szene.

Nach seinem raschen Erfolg in der Produzentenszene ist Loncaric von Staufen nach Mannheim gezogen. Good Kid/Akhisblickwinkel

Seither läuft es für ihn nahezu wie am Fließband: „Ich bin täglich im Studio und arbeite mit den interessantesten Künstlern zusammen“, sagt Loncaric. Zu ihnen zählen unter anderem Milano, Lune, Mucco, Monet192, Esther Graf und Jiggo. Gemeinsam mit diesen etablierten Größen der Branche erreichten die von Loncaric produzierten Songs insgesamt weit über 300 Millionen Streams. Aktuell zählt er auf Spotify mehr als 600.000 monatliche Hörer – und das, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen. „Das freut mich natürlich sehr“, sagt der 20-Jährige. „Für mich ist das eine unglaubliche Wertschätzung für unermüdliche Arbeit, die mich sehr erfüllt.“

Eine internationale Zukunft?

Und die Arbeit zahlt sich auch langfristig aus. Für die kommenden Monate sind bereits neue Alben mit namhaften Künstlern wie Jiggo geplant. Die Erfolge sprechen sich herum: „Je tiefer man in die Szene hineinrutscht, desto gefragter wird man“, erklärt Denis Sengül aus Schwäbisch Gmünd, der unter dem Künstlernamen Jiggo bekannt ist und gleichzeitig als Manager von Loncaric fungiert. Demnach hat der junge Staufener nicht nur einen Fuß in der Tür des deutschen Musikgeschäfts, sondern ist auf dem besten Weg, sich dauerhaft in der Branche zu etablieren.

Es gibt keinen Plan B.

Nolan Loncaric, Musikproduzent „Lyfrix“

Für Loncaric soll dieser Weg konsequent weitergehen: „Es gibt keinen Plan B.“ Seiner Meinung nach hat er seinen Traumjob gefunden – mit Kreativität, Freiheit und Unabhängigkeit. Die aktuellen Zahlen untermauern seinen Erfolg. Da die Arbeit eines Musikproduzenten nicht an eine Sprache gebunden ist, sieht Loncaric zudem realistische Chancen, künftig auch international tätig zu sein. „Vor wenigen Wochen hatte ich bereits meine zweite Aufnahmesession mit einem brasilianischen Künstler namens MC Menor JP“, berichtet Loncaric von seinen internationalen Kontakten. Der 18-Jährige aus den Favelas ist mit mehreren Hits weltweit bekannt geworden und erreicht mit seiner Mischung aus Funk und Rap mittlerweile mehr als fünf Millionen Follower plattformübergreifend.

Der Fokus von Loncarics Arbeit liegt jedoch weiterhin klar auf Deutschrap. Dabei lässt er sich nicht von einzelnen Erfolgen leiten: „Das Leben ist nach einem Hit auf keinen Fall vollständig“, sagt er selbstbewusst. „Wenn man sich nur darauf konzentriert, den nächsten Hit zu produzieren, verliert man schnell die Freude daran.“ Stattdessen wolle er weiterhin Musik machen, „auf die ich richtig Bock habe“. Langfristig bleibt das Ziel dennoch ambitioniert: weitere Gold- und Platinalben sowie zahlreiche erfolgreiche Songs zu produzieren.

Was ist die Aufgabe von „Lyfrix“?

Als Musikproduzent begleitet Loncaric die Entstehung eines Songs oder Albums von der ersten Idee bis zum fertigen Klang. Er entwickelt gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern die musikalische Vision, prägt Stil und Sound und gibt inhaltliches Feedback zu Songs, Arrangements und Performances. Dabei sorgt er dafür, dass Musik stimmig wirkt und ihr künstlerisches oder auch marktorientiertes Ziel erreicht.

Im Studio leitet Loncaric die Aufnahmen, coacht Musiker und Sänger, wählt passende Sounds und entscheidet über die besten Takes. Dazu übernimmt er auch technische Aufgaben wie Beat-Produktion, Sounddesign, Editing oder Vorproduktionen. Nach den Aufnahmen mischt und mastert er die Musik selbst.