Nachrichtenüberblick

Bei Lauingen hat sich das Eisbaden etabliert und in Ellwangen gibt es Kutteln und klappernde Hufe beim Kalten Markt

Was hat sich in Heidenheims Nachbarschaft noch getan? Im Alb-Donau-Kreis gibt es immer mehr Fisch-Wilderei und am Ulmer Hauptbahnhof gibt es ab Dienstag Einschränkungen.

Klappernde Hufe, wiehernde Pferde und Kutteln in den Gasthäusern und an den Verkaufsständen in der barocken Innenstadt: Der Kalte Markt in Ellwangen ist der älteste Pferdemarkt Schwabens und wird bis Mittwoch, 14. Januar, mit großem Programm gefeiert. Die offizielle Eröffnung ist am Sonntag um 11 Uhr auf dem Marktplatz. Dann werden auch die Ausstellungen „Haus, Garten, Landwirtschaft“ sowie die Ellwanger Technikmesse und die Energietage eröffnet.

Entstanden als Viehmarkt, wurde der Kalte Markt erstmals im Jahr 1353 urkundlich erwähnt. Vermutlich reichen die Anfänge des Markts aber bis ins 9. Jahrhundert zurück. Vieh wird heute nicht mehr auf dem Kalten Markt verkauft, doch die Ursprünge aus der landwirtschaftlichen Tradition werden weiter hochgehalten. Davon zeugen viele Aussteller auf dem Messegelände, die berühmte Pferdeprämierung und der große Festumzug am Montag.

Bahnverkehr eingeschränkt

Beinahe wäre der Ulmer Hauptbahnhof für vier Wochen komplett dicht gewesen, nun sind es knapp sieben Tage mit Einschränkungen: Von Dienstag, 13. Januar, 0 Uhr, bis Montag, 19. Januar, 5 Uhr, wird der Bahnverkehr wegen umfangreicher Bauarbeiten eingeschränkt. Der Fernverkehr wird den Hauptbahnhof in diesem Zeitraum vollständig meiden, im Regionalverkehr bleibt ein reduziertes Angebot bestehen.

Nach Angaben der Bahn gilt der Fahrplan, der bereits im Dezember veröffentlicht wurde, unverändert. Pendler können den Bahnhof tagsüber zwischen 5 und 21 Uhr auf mehreren Linien weiterhin mit Regionalzügen erreichen oder verlassen. Abends und nachts kommt es hingegen auf zahlreichen Strecken zu Zugausfällen, die durch Ersatzbusse kompensiert werden. Hintergrund der Einschränkungen sind Arbeiten an Gleisen, Weichen und Oberleitungen. Die Bahn empfiehlt, sich kurz vor der Fahrt nochmals online zu informieren und mehr Zeit einzuplanen – insbesondere bei Fahrten mit dem Ersatzverkehr, die länger dauern können.

Fisch-Wilderer zu Strafe verurteilt

Immer mehr Wilderer ziehen Fische aus der Blau und der Lauter im Alb-Donau-Kreis. Bereits seit etwa fünf Jahren versuchen die Fischereiberechtigten und Grundeigentümer an der Blau gegen die Fisch-Wilderei anzukämpfen. Dabei geht es ihnen laut einem Bericht der „Südwest Presse“ vor allem um die Natur. Es seien bereits in abgerissenen Legschnüren Enten verendet, Häher hätten sich darin verheddert und Fische würden nicht fachgerecht und schnell getötet.

Bisher ist der Erfolg der Fischerei-Initiative gegen Wilderei allerdings nur mäßig. Nach wie vor könnten sich zu viele Fisch-Wilderer einer ordentlichen Kontrolle entziehen. Obwohl inzwischen viele Hinweise aus der Bevölkerung kommen, Fotos und Videos von auffälligen Personen gemacht werden, Fahrzeuge in der Nähe notiert und Informationen unter den Fischereiberechtigten ausgetauscht werden. Immerhin rund 20 Ordnungswidrigkeiten und Straftaten in Bezug auf Fisch-Wilderei konnten in den vergangenen zwei Jahren durch die Initiative festgestellt und teilweise auch angezeigt werden. Jüngst wurde Fisch-Wilderer zu 800 Euro Strafe verurteilt.

Kaltes Wasser als Therapie

Zwölf Mutige springen in den ein Grad kalten Weisinger See. Sie halten es fünf Minuten aus, kommen krebsrot wieder heraus und haben eine Mordsgaudi. Sie alle gehören zur Winterschwimm-Gruppe um Marion Gruber. Vor rund zwei Jahren berichtete die „Donau Zeitung“ zum ersten Mal über die Lauingerin und ihre Begeisterung fürs Eisbaden. Seitdem schließen sich immer mehr Furchtlose der Gruppe an. Frauen und Männer jeden Alters, die von der therapeutischen Wirkung des Eiswasserbades überzeugt sind. Wenn es richtig kalt ist, bricht sich die Gruppe mit einer Axt eine Fläche aus dem Eis, um sich im Wasser bewegen zu können.

Nach übereinstimmender Meinung der Gruppenmitglieder ist das kalte Wasser Therapie für fast alles: Arthritis, Rheuma oder Depressionen. Vor allem komme der Kreislauf in Schwung. Nur bei Herzproblemen sei Eisbaden nicht empfehlenswert. Winterbaden oder -schwimmen in natürlichen Gewässern wird tatsächlich seit Jahrhunderten als Volkssport in vielen Ländern betrieben. Auch von Goethe ist überliefert, dass er das Eis der Ilm aufhackte, um im kalten Wasser zu baden. Der bekannteste Eiswasser-Propagandist der Umgebung ist jedoch Pfarrer Sebastian Kneipp, der berühmteste Sohn der selbsternannten Kneippstadt Dillingen.

Die Winterbadegruppe um Marion Gruber ließ sich allerdings von einem anderen „Guru“ beeinflussen. Es ist Wigald Boning, Verfasser des launigen Bestsellers „Herr Boning geht baden“ und umtriebiger YouTuber. Boning badet sogar täglich, weil es ihm, wie er selbst betont, hilft, seine körperlichen Beschwerden, wie eine verkalkte Schulter, zu lindern, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und einfach „etwas zu erleben“. Wer Interesse am Eisbaden in der Gruppe hat, kann sich bei Marion Gruber unter Winter-lauingen@web.de melden.