Zwei Schüsse in den Rücken

Warum auch nach 100 Jahren noch an den Mord an einem Förster in Ochsenberg erinnert wird

Gedenksteine in der freien Natur erinnern die Nachwelt an heroische oder tragische historische Ereignisse. Ein besonderer Findling mit gusseiserner Aufschrift steht in Ochsenberg östlich des Falchenfeldes und gedenkt einer Tragödie, die sich vor genau 100 Jahren abspielte. Am 1. August 1926 wurde dort der aus Oberkochen stammende Förster Wilhelm Braun von einem Wilderer ermordet.

Am 29. Oktober 1926 wurde im Schwurgerichtssaal in Ellwangen ein dramatisches Ereignis unter starker Anteilnahme der Bevölkerung verhandelt. Angeklagt wegen „Mordes und erschwerten Försterwiderstandes“ war der 56 Jahre alte Landwirt F. aus Ochsenberg. Zu Grunde lag ein Tatbestand, der in der Gerichtsberichterstattung des Heidenheimer Tagblattes so geschildert wurde:

Am Sonntag, 1. August 1926, wurde der 48 Jahre alte Förster Wilhelm Braun aus Oberkochen, verheiratet und Vater zweier Kinder, unter seinem Hochsitz im Waldteil Falchen tot aufgefunden. Neben ihm lag sein abgeschossener Drilling. Braun hatte im Rücken einen Schrot- und einen Kugelschuss. Sehr bald erkannte die Staatsanwaltschaft, dass es sich nicht um einen Unglücksfall handelte, sondern dass der Forstbeamte aus etwa zehn Meter Entfernung rücklings erschossen worden war.