Neues Wohnquartier

Brenzquellhöfe Königsbronn: Warum die Neubebauung auch eine Chance fürs „Weisse Rössle“ sein kann

Mehr als die Hälfte der Wohnungen im ersten Bauabschnitt der Königsbronner Brenzquellhöfe sind bereits reserviert. Im Spätsommer soll es mit den Bauarbeiten losgehen. Vielleicht ist bis dahin auch klar, was mit dem „Weissen Rössle“ passieren soll.

Das Wort „Jahrhundertchance“ ist vielleicht etwas hochgegriffen. Dennoch benutzt es Königsbronns Bürgermeister Jörg Weiler immer wieder, wenn er über die Neubebauung des Brenzquellareals in der Dorfmitte spricht. Es ist in jedem Fall eine enorm große Chance für die Weiterentwicklung des Ortes und bereits jetzt ist klar, dass das als „Brenzquellhöfe“ bezeichnete Wohnquartier das Gesicht Königsbronns nachhaltig verändern wird.

Entwickelt wird es von dem Stuttgarter Unternehmen Godel, das Ende des vergangenen Jahres das Grundstück für den ersten Bauabschnitt von der Gemeinde gekauft und mit der Vorvermarktung der Immobilien begonnen hat. Und das mit großem Erfolg: 17 der 30 Wohneinheiten sind laut Architekt Alexander Streit bereits kostenpflichtig reserviert – von der Zweizimmerwohnung bis zum Penthouse. Viele Königsbronnerinnen und Königsbronner seien unter den Käufern, die im Alter aus dem Einfamilienhaus im Teilort in eine altersgerechte Wohnung im Ortskern ziehen wollen. „Wir haben aber auch beispielsweise Zeissianer, die eine Wohnung als Kapitalanlage erwerben wollen“, so Streit.

Eine große Chance fürs „Weisse Rössle“?

Zu diesem ersten Bauabschnitt, für den Mitte September die Bauarbeiten beginnen sollen, gehören nicht nur drei mehrstöckige Gebäude mit Wohneinheiten, sondern auch die beiden Häuser direkt gegenüber des ehemaligen Gasthauses Rössle: Hier möchte der Zanger Gastronom Andreas Widmann ein Hotel mit Gastronomie und kleiner Markthalle verwirklichen. Verträge habe man zwar noch nicht unterschrieben, sagt Architekt Streit, aber: „Wir planen und konzeptionieren gemeinsam mit Andreas Widmann.“

Illustration: Godel

Widmanns Pläne für das Brenzquellareal sind in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn: Die Königsbronnerinnen und Königsbronner hätten nach der Schließung des „Rössle“ endlich wieder ein Wirtshaus im Ort, Touristen und sonstige Gäste hätten endlich die Möglichkeit, in der Nähe der Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungsorte einzukehren und zu übernachten, und: Es gäbe eine reelle Chance, das „Weisse Rössle“ wieder mit Leben zu füllen.

Wir planen und konzeptionieren gemeinsam mit Andreas Widmann.

Alexander Streit, Architekt

Wie, erklärt Ortsbaumeister Jörg Bielke: „Bisherige Ideen für eine Gastronomie im Rössle wären immer an der neuen Küche und an den Betten unter den Auflagen des Denkmalschutzes gescheitert.“ Wenn nun aber künftig beides, sowohl die Küche als auch die Betten, direkt gegenüber zur Verfügung stünden, so könnte das „Rössle“ von hier aus gastronomisch bespielt werden. „Das Rössle soll mittel- oder langfristig integriert werden“, sagt Bürgermeister Jörg Weiler. „Wie genau das aussehen soll, darüber wollen wir mit dem Gemeinderat in einer Klausur sprechen.“

Verbliebenes Gebäude soll im Sommer abgerissen werden

Währenddessen laufen die Planungen und die Vorvermarktung durch Godel weiter. Das Unternehmen hat zusammen mit dem Grundstück für den ersten Bauabschnitt auch das noch bestehende Gebäude Brenzquellstraße 21 gekauft. „Die Mietverträge laufen derzeit weiter“, sagt Alexander Streit. Es sei allerdings vorgesehen, im Juli mit den Abrissarbeiten zu starten, bevor dann im September die Bauarbeiten beginnen. Zeitnah will man sich zudem Gedanken über die Freilegung des Leerausbaches und über die Gestaltung des Platzes vor dem künftigen Hotel machen. Geht während der Bauarbeiten, die aufgrund der Lage im Ortskern an der Brenz laut Ortsbaumeister Bielke eine Herausforderung sein werden, nichts schief, soll der erste Bauabschnitt innerhalb von eineinhalb Jahren fertig sein.

Vom Erfolg und vor allem von der Sinnhaftigkeit des Vorhabens sind alle Beteiligten überzeugt: „Es ist gut, wenn wie in diesem Fall die Privatwirtschaft und die Kommune zusammenkommen und gemeinsam an der Entwicklung arbeiten“, sagt Architekt Alexander Streit. „Das Wohngebiet kann eine Initialzündung für alle Bereiche drumherum sein.“

Zehn neue Gebäude sollen in der Königsbronner Ortsmitte gebaut werden, zwei davon werden ein Hotel und ein Restaurant beherbergen.

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In der Königsbronner Ortsmitte soll nicht nur Wohnbebauung errichtet werden, sondern auch ein Hotel mit 50 Zimmern und ein dazugehöriges Restaurant. Die zukünftigen Betreiber sind in der Gemeinde Königsbronn keine Unbekannten.
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Königsbronn
Im neuen Areal Brenzquell-Höfe

Gute Lage, hohe Preise

Architekt Alexander Streit, der aus Heidenheim stammt, ist auch künftig vor Ort in Königsbronn, um interessierte Käuferinnen und Käufer zu beraten. Termine können unter www.mygodel.de vereinbart werden.

Die Preise für die Immobilien sind nicht ganz ohne: Eine 2,5-Zimmer-Gartenwohnung mit 39,5 Quadratmetern kostet beispielsweise 241.900 Euro, für eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit 88 Quadratmetern ist bereits eine halbe Million notwendig. Und das Penthouse mit 132,5 Quadratmetern kostet fast 860.000 Euro, wobei die Stellplätze in der Tiefgarage noch nicht inkludiert sind.