Glasfaserausbau in Hermaringen startet: 578 Gebäude sollen angeschlossen werden
Mit einem symbolischen ersten Spatenstich auf dem Gelände des örtlichen Bauhofes begann am Donnerstagvormittag der eigenwirtschaftliche Bau eines Glasfasernetzes durch die Netcom BW. Hermaringens Bürgermeister Lennart Schmeißer sprach dabei von einem „besonderen Moment“ für seine Gemeinde.
Die Vorvermarktung für den Ausbau des Breitbandnetzes zur Ermittlung der Nachfrage hatte im Februar 2024 begonnen. Ziel war, 35 Prozent der im Planungsgebiet ansässigen Haushalte an das Glasfasernetz anzuschließen. Nach Abschluss der zweiten Vermarktungsrunde konnte schließlich eine Quote von 76 Prozent erreicht werden.
Hier lohnt sich ein Ausbau.
Lennart Schmeißer, Hermaringens Bürgermeister
Schmeißer nannte dies ein „starkes Signal“, das die Einwohnerinnen und Einwohner Hermaringens gesendet hätten: „Wir wollen Glasfaser, wir wollen Zukunft“, so der Bürgermeister. Mit Verweis auf andere Kommunen in der Nachbarschaft sagte er, dass private Anbieter einen solchen Ausbau in Eigenregie bei fehlender Nachfrage angesichts steigender Baukosten auch wieder absagen würden. Man habe der Netcom BW so signalisiert: „Hier lohnt sich ein Ausbau.“
Zukunftsfähigkeit der Gemeinde
Das Vorhandensein eines Glasfasernetzes nannte Schmeißer einen „harten Standortfaktor“ sowohl für die Kommune als Wirtschaftsstandort als auch als Wohnort. Er sei stolz, dass drei von vier Hermaringern dies erkannt hätten. Denn diese würden jetzt nicht nur ihr eigenes Eigenheim für die Zukunft rüsten, „sondern dadurch gleichzeitig auch zur Zukunftsfähigkeit der Gemeinde beitragen“.
Der gesamte Ausbau soll – so das Wetter mitspielt – bis zum Jahresende 2027 abgeschlossen sein. Es sei das Ziel, „zügig voranzukommen und die Einschränkungen im Ort dabei so gering wie möglich zu halten“, so Achim Denninger, Leiter des Geschäftsbereichs Kunde und Gebietsentwicklung der Netcom BW.
Gebaut wird dabei in Hermaringen abschnittsweise, damit möglichst wenige Straßen gleichzeitig betroffen sind. Man werde sich dabei mit der Gemeinde abstimmen, so Florence Fischer, Geschäftsführerin der GPG Glasfaser Projekt GmbH. „Wo aufgegraben wird, wird auch wieder fachgerecht verschlossen, daran messen wir uns.“ Fertiggestellte Teilbereiche will die Netcom BW jeweils direkt in Betrieb nehmen, sodass angeschlossene Haushalte nicht bis zum Ende des Gesamtprojekts warten müssen, um ihren Glasfaseranschluss nutzen zu können.
Die Trasse der Netcom BW in Hermaringen hat eine Länge von fast 14 Kilometern, und es werden 94 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Insgesamt werden 578 Gebäude an das Glasfasernetz der EnBW-Tochter angebunden. Die Erschließung erfolgt nach dem Fiber-to-the-Building-Prinzip (FTTB), bei dem die Glasfaserleitungen durchgängig bis in die jeweiligen Gebäude geführt werden. Für Haushalte und Unternehmen bedeutet das später Bandbreiten von bis zu 1.000 Mbit/s.
Ausbau mit Verzicht auf Subventionen
Ergänzend zum bereits in Betrieb befindlichen Technikstandort am Rathaus entsteht ein weiterer Technikstandort. Hinzu kommen 15 neue Netzverteiler im Gemeindegebiet. Zur Herstellung aller Hausanschlüsse werden außerdem rund 4.400 Meter Tiefbau ausgeführt. Die gesamten Kosten für den Aufbau des Glasfasernetzes in Hermaringen trägt die NetCom BW dabei selbst. Es fließt keine öffentliche finanzielle Förderung seitens der Gemeinde, des Landes oder des Bundes.
