„Das Ding läuft ja schon eine ganze Weile“, resümierte Bürgermeister Jürgen Mailänder den bisherigen Planungs- und Beratungsverlauf rund um das Flurbereinigungsverfahren „Güssenberger Weg“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Erstmals behandelt wurde das Thema bereits im September 2021. Die Anordnung der Flurneuordnung erfolgte im Juli 2024, es gab keine Einsprüche gegen das Verfahren.
Nach mehr als vier Jahren hat das Gremium nun mit sieben Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen einer Vorlage der Gemeindeverwaltung zugestimmt. Die Gesamtausführungskosten des Vorhabens liegen bei rund 1,76 Millionen Euro, die Höhe der Zuschüsse beträgt 1,45 Millionen Euro. Somit belastet das Vorhaben die Gemeindekasse mit Ausgaben in Höhe von 292.000 Euro. Größter Einzelposten auf der Ausgabenseite ist dabei der Wegebau mit insgesamt 1,35 Millionen Euro.
Wichtigstes Vorhaben ist der Ausbau des Güssenberger Weges auf einer Gesamtlänge von 2,5 Kilometern. Dabei soll der Weg durchgehend asphaltiert und auf eine Breite von 3,5 Metern ausgebaut werden. Zudem soll die jetzige Schotterpiste zwischen Güssenstraße und Güssenberger Weg auf einer Breite von drei Metern zu einem Spurweg ausgebaut werden. Auf Antrag der Gemeindeverwaltung soll im Rahmen der Ausbaumaßnahmen ein Leerrohr für den Breitbandausbau mitverlegt werden.
Unter anderem Wolfgang Nothelfer begrüßte den gesunkenen Eigenanteil der Gemeinde, allerdings seien knapp 300.000 Euro „immer noch eine Menge Geld“. Zwar würden die Kosten erst in einigen Jahren fällig, für 2,5 Kilometer Feldweg sei das trotzdem immer noch viel. Er tue sich deshalb schwer damit, dem Vorhaben zuzustimmen. Er stellte den Antrag, über das Vorhaben geheim abstimmen zu lassen, was der Gemeinderat mit fünf zu vier Stimmen ablehnte.
Wenn er die Gesamtsumme von knapp 1,8 Millionen Euro „für einen Feldweg, der zu 98 Prozent von der Landwirtschaft genutzt wird“, betrachte, dann sei das „Wahnsinn“, so Gemeinderat Stefan Czichon, „auch wenn es größtenteils Fördergelder sind“. Er mochte auch nicht daran glauben, dass es bei dem gemeindlichen Anteil von knapp 300.000 Euro bleiben wird. „Das wird mehr“, so Czichon mit Verweis auf die Kosten für die jährlichen Pflegemaßnahmen und eventuell notwendig werdenden Grunderwerb.

