Zwischen Tränen und Probeliegen im Sarg: So lief die erste Friedhofssoirée in Heideheim
Im Sarg probeliegen, einem Geigenspiel lauschen oder selbst einen Stein bearbeiten: Die erste Friedhofssoirée auf dem Heidenheimer Waldfriedhof hat am Freitag gezeigt, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit Tod, Trauer und Erinnerung sein kann.
„Es war gut, wir hatten unglaublich viele positive Rückmeldungen“, sagt Valerie Koch, Leiterin des Hospizes Barbara und Initiatorin der Soirée. Bei bestem Wetter seien zahlreiche Menschen gekommen, Koch schätzt die Zahl auf 100 bis 200. Allein an den beiden Friedhofsführungen nahmen jeweils 30 Interessierte teil.

Gefragt waren Informationen zu Bestattungsformen und Grabpflege, aber auch das Hospiz und die Trauerbegleitung stießen auf großes Interesse. Gärtnereien und Steinmetze präsentierten ihre Arbeit, Besucherinnen und Besucher konnten sich selbst im Meißeln versuchen. Zum Anziehungspunkt wurde auch das „Probeliegen“ im Sarg. Gerade solche Momente hätten gezeigt, dass sich mit dem Tod auch unverkrampft umgehen lasse.
Daneben gab es stille Augenblicke. In der Kapelle erklang Geigenmusik, am Stand mit Erinnerungskerzen flossen Tränen. „Viele haben geweint und fanden es trotzdem schön“, berichtet Koch. Zum Ausklang spielte Bezirkskantor Leonard Hölldampf ein Orgelkonzert.
Die Premiere soll keine einmalige Sache bleiben: „Wir wollen es wieder machen.“ Eine erste Idee gibt es bereits: Einige Besucher hatten geäußert, dass ein Café passend wäre.

