Welche Zukunft hat der Tourismus im Landkreis Heidenheim und wie soll die Heidenheimer Brenzregion populärer werden? Unter dem Leitmotiv „Vielfalt mit Qualität und Profil“ sprachen Landrat Peter Polta und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen auf der CMT in Stuttgart über das Ziel, den Tourismus im Landkreis Heidenheim weiterzuentwickeln. Die Gemeinden setzen 2026 zunehmend auf Projekte für Familien, wollen aber auch, dass sowohl für Einheimische als auch für Gäste ein vielschichtiges Programm geboten ist.
Neuer Internetauftritt als zentrales Freizeitportal
Der Internetauftritt des Landkreises wurde grundlegend erneuert. Das Portal soll künftig als zentrale Plattform für Einheimische und Touristen dienen und die gesamte Breite an Freizeitmöglichkeiten abbilden – von zertifizierten Wanderwegen über Kulturangebote bis hin zu familienorientierten Ausflugstipps. "Es ist zwar ein kompakter Landkreis, der aber viel zu bieten hat", betonte Landrat Peter Polta.

Ein zentrales Projekt ist die neue Ausflugskarte, die vom Tourismusteam des Landratsamts unter Leitung von Ellen Weiß konzipiert wurde. Sie führt mit der neuen Sympathiefigur „Mähhhdi“ – einem Schaf – durch die Brenzregion und richtet sich besonders an Familien. Ergänzend sind ein Podcast zur regionalen Geologie, ein großes Fotoshooting sowie eine Verstärkung der Social-Media-Präsenz geplant, so Monika Suckut, Teamleitung der Tourismusabteilung.
Zertifizierte Wege und touristische Vielfalt
Drei vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit vier Sternen ausgezeichnete Landesradfernwege führen durch den Landkreis Heidenheim. Ergänzt werden sie durch mehrere zertifizierte Wanderwege, darunter der Albschäferweg, der Neandertal-Weg und der Meteorkrater-Rundwanderweg.
Auch bei den touristischen Zielen zeigt die Region eine breite Spannweite: Burg Katzenstein auf dem Härtsfeld, die Höhlenerlebniswelt in Hürben, die Ruine Kaltenburg, das UNESCO-Welterbe im Lonetal, die Karstquelle und die industrielle Frühgeschichte Königsbronns zählen ebenso dazu wie das Erlebnismuseum Steiff, das Eselsburger Tal, die Opernfestspiele, das Naturtheater oder die Heimspiele des 1. FC Heidenheim. „Sehenswertes mit hoher Erlebnisqualität auf kompaktem Raum, das zeichnet unseren Landkreis aus“, sagte Landrat Peter Polta.
Im Jahr 2024 wurden rund 245.000 Übernachtungen registriert. Für 2025 wird mit einer leichten Steigerung von etwa einem Prozent gerechnet.
Neue Angebote für Familien und Naturbegeisterte
Steinheims Bürgermeister Holger Weise stellte neue Projekte für das kommende Jahr vor. Das Meteorkratermuseum soll digitale Angebote erhalten – unter anderem QR-Codes, Quizformate und interaktive Spiele. Zudem wird ein geschottertes Teilstück des Albradwegs asphaltiert. Zahlreiche Spielplätze, ein Niederseilgarten im Wental und ein geplanter Inklusionsspielplatz sollen Familien noch stärker ansprechen. Denn "Familien sind eine große Zielgruppe", so Weise.
Jörg Weiler, Bürgermeister der Gemeinde Königsbronn, hob hervor, wie stark Wald und Natur in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Das Naherholungsgebiet werde intensiv genutzt und der Waldlehrpfad bedeute für Kinder einen zusätzlichen Anziehungspunkt. Für 2026 sei unter anderem eine Renovierung der Gedenkstätte für den Widerstandskämpfer Georg Elser geplant. Zudem sieht die Gemeinde ein neues Übernachtungskonzept mit Hotel und Gastronomie am Ursprung der Brenz vor. Auch der Ausbau der B10 und der Radwege bleibt im Fokus.
"Pforte nach Baden-Württemberg"
„Nach uns kommt direkt Bayern, wir sind sozusagen die Pforte nach Baden-Württemberg“, sagte Sontheims Bürgermeister Tobias Rief. Die Gemeinde verfügt über zahlreiche kleinere Attraktionen, darunter einen Bewegungspfad mit Outdoor-Sportgeräten, den Albschäferweg, den Radtourismus an der Brenz und einen Wasserspielplatz.
Wichtige Kulturorte wie Schloss Brenz und die Galluskirche prägen das Ortsbild. Der Rittersaal, der nach einem Wasserschaden längere Zeit gesperrt war, soll bald wieder nutzbar sein, so Rief. „Der Rittersaal wurde sehr vermisst“, ergänzte Landrat Polta.
Impulse aus den Gemeinden
In Nattheim berichtete die stellvertretende Bürgermeisterin Carmen Steckbauer vom erfolgreichen Jubiläum zum 250-jährigen Bestehen von Steinweiler und hob die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis sowie dem Ostalbkreis hervor. Diese Kooperation soll auch 2026 fortgesetzt werden: Gemeinsam mit dem Härtsfeld sind erneut Heimattage geplant.
In Dischingen wird von frischen Impulsen für den Tagestourismus gesprochen. Mit dem Café Magic habe die Gemeinde gastronomisch an Attraktivität gewonnen, zugleich wolle man das Gemeindeleben weiter stärken, so Dischingens Bürgermeister Dirk Schabel. Als weiteres Vorhaben soll der Trimm-dich-Pfad reaktiviert werden.
Auf Burg Katzenstein stellte das Betreiberpaar Roswitha Walter und Michael Nomidis-Walter sein aktuelles Programm vor. Seit zwei Jahrzehnten prägt das Ehepaar die Entwicklung der Burg. „Wir halten noch ein wenig die Stellung“, sagte Roswitha Walter mit Blick auf Sohn Michael, der das Projekt künftig weiterführen soll.
In Herbrechtingen setzt Bürgermeister Daniel Vogt insbesondere auf die Wirkung vieler kleiner Maßnahmen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Landratsamt ermögliche Investitionen, die die Stadt allein nicht stemmen könnte. Neben der Ausrichtung auf Familien sollen vor allem die Naherholungsgebiete weiterentwickelt werden, um Einheimischen wie Gästen zusätzliche Aufenthaltsqualität zu bieten.
Eine der größten Messen
Mit nahezu 250.000 Besuchern ist die CMT eine der größten Börsen für Informationen rund um Urlaub und Freizeit. Besonders für die Schwäbische Alb liegt sie in einem wichtigen Einzugsgebiet. Die Messe hat vom 18. bis zum 26. Januar täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

