Wortkunst

Wie Motte Benjamin, Fun Facts und herausragende Poetry-Slammer im Heidenheimer Naturtheater begeisterten

Beim sechsten Open-Air-Wortwettstreit im Naturtheater Heidenheim war ein Highlight nach dem anderen zu erleben. 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer bogen sich vor Lachen und krönten am Ende einen, der hier schon öfter zu Gast war, zum Sieger.

Die Vorfreude im voll besetzten Naturtheater war fast mit den Händen zu greifen. Moderator Johannes Elster betrat unter großem Jubel die Bühne und fragte, wer zum ersten Mal bei einem Poetry-Slam dabei sei. Das waren erstaunlich viele, an die hundert, und so erklärte Elster wie stets zu Beginn die Regeln, den Ablauf und die Macht des Publikums, am Ende einen Sieger oder eine Siegerin zu bestimmen.

Elster war wie entfesselt. Er parlierte, nahm ununterbrochen Kontakt zum Publikum auf, und präsentierte seine „Fun Facts“. Er liest sich die absurdesten Dinge aus dem Internet an und präsentiert sie so, dass das Publikum vor Lachen auf dem Boden liegt. Thema: der deutsche Wald. Unglaublich, was ihm dazu einfiel: von 100 Milliarden Bäumen hierzulande, dem höchsten Baum Deutschlands mit 65 Metern Höhe und 300 eigenen Rezensionen, zum größten Organismus, einem unterirdischen Geflecht im Waldboden, dem Pilz Hallimasch (mit herrlicher Wortherleitung). Ein Highlight war die Motte Benjamin, die, vom Licht angezogen, minutenlang auf ihm herumturnte, in seinen Kragen kletterte und das Publikum hoch amüsierte.