Wenn, wie in der diesjährigen Opernsaison in Heidenheim, zwei Shakespeare-Vertonungen von Verdi aufgeführt werden sollen, so kann dafür nur aus einem begrenzten Fundus geschöpft werden: Nur drei der wohl knapp 40 Werke des englischen Nationaldichters adaptierte Verdi. Wer jetzt denkt, dass daraus ein mäßiges Interesse des Komponisten an Shakespeare abzulesen sei, der könnte falscher nicht liegen.
Tatsächlich schreibt Verdi einmal: „Shakespeare ist einer meiner liebsten Dichter, dessen Werke ich seit meiner frühen Jugend in Händen gehalten habe und den ich fortwährend lese und wieder lese“. Am Ende seiner Karriere wird er drei oder, je nach Interpretation, vier davon bearbeitet haben: Neben den auf dem Heidenheimer Programm stehenden Opern „Macbeth“ und „Otello“ (das Theaterstück heißt dagegen „Othello“) komponiert er auch einen „Falstaff“; aus der langjährigen Beschäftigung mit „King Lear“ wird dagegen nie ein fertiges Werk.
