Das neue Jahr begann in Teilen Berlins mit einem vier Tage andauernden Stromausfall nach einem Anschlag, der mutmaßlich von einer linksextremistischen Organisation verübt wurde. 45.000 Haushalte waren ohne Strom, in rund 2200 Unternehmen konnte nicht gearbeitet werden. Mitten im Winter waren die Auswirkungen gravierend, denn ohne Strom funktioniert auch meist die Heizung nicht, das Handy ist schnell leer und die Geschäfte können nicht öffnen. Und kaum war Berlin wieder am Netz, gab es am Freitag auch einen Stromausfall in Giengen - der zum Glück schnell behoben war.

Darum waren 2500 Haushalte in Giengen am Freitagmorgen ohne Strom
Die Decke der Zivilisation ist dünn, das wurde uns wieder einmal plakativ vor Augen geführt. Manche Probleme sind in einer Großstadt wie Berlin vielleicht noch krasser als auf dem Land. Wie wäre das bei uns im Landkreis Heidenheim, wenn der Strom längere Zeit fehlen würde? Es muss ja kein Anschlag sein, auch ein Unwetter könnte solche gravierenden Folgen haben.
Mein Kollege Andreas Uitz hat vor einem halben Jahr ein Interview mit dem Kreisbrandmeister Michael Zimmermann und Daniela Schweikhart vom Forum Ernährung geführt, in dem es genau um diesen Fall eines Blackouts ging. Selbstverständlich gibt es Pläne für den Notfall, beispielsweise für Notfalltreffpunkte, an denen man Informationen bekommt, wenn das Handynetz nicht mehr funktioniert.

Warum man sich auch im Landkreis Heidenheim auf einen großen Blackout vorbereiten sollte
Aber die beiden Interviewpartner haben auch deutlich darauf hingewiesen, dass sich jeder selbst vorbereiten sollte, beispielsweise mit genügend Lebensmittel- und Wasservorräten. Wer mit einem Holzofen heizen kann, ist klar im Vorteil, und auch genügend Kerzen im Haus können sinnvoll sein.
Trotzdem sollte man sich nichts vormachen: Wir sind auf das Funktionieren unserer Infrastruktur angewiesen, und besonders lange würde keiner von uns in der Wildnis überleben. Dazu haben wir viel zu viele Dinge verlernt, die früher einfach lebensnotwendig waren und die uns jetzt von der Technik und der Lebensmittelindustrie abgenommen werden.
Das soll nicht heißen, dass früher alles besser war – im Gegenteil, die Segnungen der Zivilisation überwiegen bei Weitem. Trotzdem schadet es nicht, sich ab und zu bewusst zu machen, was in einem Notfall passieren könnte – und wie man sich zumindest ein wenig dafür wappnen kann.

