Beim Rathaus

Mitten in der Innenstadt: Heidenheim soll einen „Spielplatz der Kinderrechte“ bekommen

Beim Heidenheimer Rathaus soll ein neuer Spielplatz entstehen. Was hier geboten sein wird, und warum die Anlage einen ganz besonderen Namen trägt.

Spielmöglichkeiten für Kinder sind in der Heidenheimer Innenstadt nicht gerade reichlich vorhanden. Seitdem der Spielplatz auf der Südseite des Rathauses im Zuge der Generalsanierung und der Erneuerung des Umfelds abgebaut wurde, gibt es im Zentrum keine richtige Spielgelegenheit mehr.

Das wird sich jedoch ändern, sobald die Arbeiten abgeschlossen sind. Denn zur geplanten Neugestaltung des Rathausumfeldes gehört auch die Einrichtung eines großen Spielplatzes auf der Südseite des Gebäudes hin zur Straße Am Wedelgraben. Den Planungen des Büros Terra Nova zufolge soll hier eine Liege- und Spielwiese mit Schlossblick entstehen, auf der auch kleinere Veranstaltungen stattfinden können. Auf dem Trafohäuschen ist eine Aussichtsplattform eingeplant, daneben ein Spielplatz.

Spielplatz auf zwei Ebenen

„Auf zwei Ebenen planen wir zahlreiche Kinderspielgeräte im Herzen der Innenstadt“, sagt Ralf Käpplinger, bei der Stadt Heidenheim für Stadtplanung zuständig ist. Neben Rutschen, Sandkasten, einem Holzklettergerüst und anderen Attraktionen freut sich Käpplinger auf zwei spielerische Schmankerln ganz besonders: „Wir planen in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund ein dreidimensionales Memory auf der oberen Ebene des Spielplatzes, bei dem die Kinder spielerisch einiges lernen können zum Thema Kinderrechte. Außerdem werden beide Ebenen mittels einer Röhre verbunden sein, über die spielende Kinder miteinander kommunizieren können.“

Derzeit stehe man mit diversen Spielgeräteherstellern im Austausch, so Käpplinger. Insgesamt werde der Spielplatz auf den beiden Ebenen über 450 Quadratmeter Spielfläche verfügen. „Die angrenzende Spiel- und Liegewiese ist 600 Quadratmeter groß.“

Hinweistafeln geplant

Die Anlage soll auch einen ganz besonderen Namen bekommen: Spielplatz der Kinderrechte. Das hatte Oberbürgermeister Michael Salomo im Dezember vergangenen Jahres verkündet. Eine Hinweistafel werde auf die Namensgebung aufmerksam machen. Kinderrechte seien nicht nur ein Thema für ferne Länder, sondern gingen uns alle an. Denn die Einhaltung der Kinderrechte entscheide sich in Deutschland jeden Tag in Familien, Schulen und Kindergärten sowie in den Kommunen.

Der Kinderschutzbund-Bundesverband setze sich für die Umsetzung der Kinderrechte auf Bundesebene ein. Er habe die Initiative gestartet, Plätze und Straßen der Kinderrechte in den Kommunen zu benennen, um das Thema noch fester in der Bevölkerung zu verankern, erklärte Salomo. Seit der Gründung des ersten Platzes der Kinderrechte in Höhr-Grenzhausen im Jahr 2017 seien bundesweit mehr als 40 Plätze oder Straßen entstanden, die den Unesco-Kinderrechten gewidmet seien, davon erst drei in Baden-Württemberg. „Der Kinderschutzbund und die Stadtverwaltung möchten erreichen, dass auch in Heidenheim ein Platz der Kinderrechte entsteht, der von vielen Familien und Kindern frequentiert wird“, so Salomo. Mit der Benennung setze die Stadt ein Zeichen, dass die Kinderrechte auch in Heidenheim den Stellenwert haben, den sie verdienen.

Kosten von 800.000 Euro

Durch seine zentrale Lage werde der künftige Spielplatz für viele Familien attraktiv und biete dadurch die Möglichkeit, auf breiter Basis über die Kinderrechte zu informieren und Kinder wie auch Erwachsene für das Thema Kinderrechte zu sensibilisieren. Deshalb werden Käpplinger zufolge auf der Spielfläche weitergehende Infos zu den Kinderrechten zu finden sein.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Bau des Spielplatzes und die Gestaltung des Umfelds den Berechnungen zufolge auf rund 800.000 Euro. Wann mit dem Bau begonnen wird, ist noch offen. Dem städtischen Pressesprecher Ingmar Volkmann zufolge kann der Spielplatz erst dann fertiggestellt werden, wenn die anderen Baumaßnahmen rund ums Rathausquartier abgeschlossen sind.

Sehr hohe Fördermittel

Die Stadt Heidenheim erhält vom Land Baden-Württemberg 717.000 Euro für das Projekt „Spielplatz der Kinderrechte“. Das teilte das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen mit. Damit werden rund 90 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Die Förderung erfolgt über das Landesprogramm „Soziale Integration im Quartier“. In diesem Jahr fördert das Land 45 Kommunen mit rund 16,6 Millionen Euro. Das Geld fließt unter anderem in Büchereien, Kindertagesstätten, Jugendzentren, Spielplätze und öffentliche Plätze. Auch Klimaanpassung und Grünflächengestaltung werden unterstützt.