Am Donnerstag, 10. September, findet erneut der bundesweite Warntag statt, an dem sich Baden-Württemberg und damit auch der Landkreis Heidenheim aktiv beteiligen. Dazu werden um 11 Uhr in ganz Deutschland die an das Modulare Warnsystem des Bundes angeschlossenen Warnmultiplikatoren und Warnmittel getestet, um die Bevölkerung mit dem Warnsystem vertraut zu machen und sie im Ernstfall schnell mit Informationen versorgen zu können. Die Übungen stellen einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung des Warnsystems dar, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.
Am Warntag wird ab 11 Uhr eine Probewarnung in Form eines Warntextes an alle am Modularen Warnsystem (Mowas) des Bundes angeschlossenen Warnmultiplikatoren (zum Beispiel Rundfunksender und App-Server) geschickt. Über Mowas werden zugleich auch die direkt angeschlossenen Warnmittel wie zum Beispiel Warn-Apps wie etwa Nina und Katwarn oder Cell Broadcast, also Push-Nachrichten auf das Handy, ausgelöst. Gegen 11.45 Uhr erfolgt eine Entwarnung über die Warnkanäle und Endgeräte, über die zuvor die Warnung versendet wurde. Parallel dazu werden unabhängig von Mowas auf Ebene der Landkreise und Kommunen verfügbare kommunale Warnkanäle selbstständig ausgelöst, zum Beispiel Lautsprecherwagen oder Sirenen, um diese zu erproben.
Unterschiedliche Signale
Bei einer Gefahrenlage wird mit einem auf- und abschwellenden Heulton auf eine Gefahr hingewiesen. Mit einem einminütigen Dauerton geben Sirenen Entwarnung. Sirenen werden in Deutschland neben der Warnung der Bevölkerung auch noch teilweise zur Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt. Hierzu wird ein einminütiger Dauerton mit zweimaliger Unterbrechung verwendet. Eine „Entwarnung“ gibt es danach nicht.
Die Auswertung von 117.073 Fragebögen zum Warntag 2025 hat ergeben, dass bundesweit, wie im Vorjahr, 97 Prozent der Bevölkerung durch mindestens ein Warnmedium erreicht wurden, so das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die wichtigsten Informationskanäle waren dabei das Radio, (Online-)Zeitung und Soziale Medien.
Die meisten Befragten erhielten die Probewarnung über Cell Broadcast, Warn-Apps oder Sirenensignale. So wurden knapp drei Viertel (73 Prozent) der Teilnehmenden über Cell Broadcast erreicht. Die Wahrnehmung von Warnmeldungen über Warn-Apps (67 Prozent) sowie von Sirenensignalen (65 Prozent) hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert (2024: jeweils 59 Prozent).
Positives Fazit im Landkreis
Im Landkreis Heidenheim konnte ebenfalls ein positives Fazit aus dem Warntag 2025 gezogen werden. Die durch den Landkreis beschafften mobilen Warnsirenen, die mit Einsatzfahrzeugen im ganzen Landkreis unterwegs waren, unterstützen das System. Die Erfahrungen aus den Vorjahren lieferten hier wertvolle Erkenntnisse, wie das System noch weiter optimiert werden kann. Der Ausbau eines flächendeckenden Sirenennetzes ist aber weiterhin erforderlich. Nach wie vor ist hier die finanzielle Unterstützung des Bundes und des Landes gefordert. Mit Blick auf den diesjährigen Warntag werden erneut die mobilen Warnsirenen erprobt, die mit Einsatzfahrzeugen im ganzen Landkreis unterwegs sind. Zudem werden die insgesamt 25 örtlichen Sirenen im Landkreis ausgelöst.
Landrat Peter Polta betont: „Um bestehende Warnmittel zu testen, hat sich der bundesweite Warntag als äußerst sinnvolle Maßnahme etabliert. Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit ist es dem Landkreis Heidenheim gemeinsam mit seinen Städten und Gemeinden ein großes Anliegen, sich auch darüber hinaus im Bereich des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes bestmöglich aufzustellen und die notwendigen Investitionen hierfür zu tätigen. Daher haben wir kürzlich zu 50 Prozent zwei neue Einsatzfahrzeuge mitfinanziert, die sowohl dem Landkreis als auch den Feuerwehren in Giengen und Herbrechtingen dienlich sind. Außerdem haben wir eine Sandsackfüllmaschine angeschafft, um unsere Handlungsmöglichkeiten bei der akuten Hochwasserabwehr zu erweitern.“
Vorsorge ist wichtig
Über die Testung am Warntag hinaus ist es grundsätzlich wichtig, sich auf eine mögliche Gefahrenlage eigenverantwortlich vorzubereiten. Neben dem Installieren einer der Warn-Apps wie auf dem Mobiltelefon ist auch ein kleines batteriebetriebenes Radio für zu Hause sinnvoll, um wichtige Informationen zu erhalten. Auch die Bevorratung eines Notvorrates von Trinkwasser und einigen langhaltenden Lebensmitteln ist anzuraten.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wird auch in diesem Jahr wieder einen Rückmeldekanal für die Bevölkerung zum bundesweiten Warntag einrichten. Die Bürgerinnen und Bürger können am 10. September ab 11 Uhr unter www.warntag-umfrage.de ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen rund um den Warntag mitteilen.
Gerne hilft aber auch die zuständige Stelle für den Katastrophenschutz im Landratsamt Heidenheim unter Tel. 07321.321-2347 oder per E-Mail an kreisbrandmeister@landkreis-heidenheim.de weiter.
