Landgericht Ellwangen

Warum vier jungen Heidenheimern unter anderem erpresserischer Menschenraub vorgeworfen wird

Vor dem Landgericht in Ellwangen müssen sich vier junge Männer aus Heidenheim verantworten, weil sie einen Mann verprügelt und gedemütigt haben. Was ihnen die Staatsanwaltschaft vorwirft.

Wie gemeingefährliche Schwerverbrecher sehen sie nicht gerade aus, die vier jungen Männer, die beim Prozessauftakt in Hand- und Fußfesseln, begleitet von jeder Menge Justizmitarbeitern, in den Schwurgerichtssaal des Ellwanger Landgerichts geführt werden. Allesamt aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der sie seit Ende Januar sitzen. Drei von ihnen mit kahl rasierten Schädeln und Kinnbart wirken sie eher etwas verunsichert und beinahe harmlos. Doch die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer: Sie sind angeklagt wegen erpresserischen Menschenraubs in Tateinheit mit besonders schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung. Der vierte im Bunde ist neben diesen auch noch wegen weiterer Taten angeklagt, bei denen die anderen drei jedoch nicht zugegen gewesen sein sollen.

Der 28‑jährige, in Heidenheim lebende Kasache soll, so heißt es in der Anklageschrift, Anfang Dezember 2024 in Höchstadt an der Donau einen Mann aufgefordert haben, in ein Fahrzeug zu steigen. Mit dabei: zwei weitere Täter, die bislang jedoch unbekannt sind. In einem Waldstück sei der Mann dann heftig verprügelt worden, unter anderem mit einem Teleskopschlagstock, sodass dieser zahlreiche Hämatome und Prellungen an Rücken, Beinen und dem Kopf davontrug. Hintergrund sei gewesen, dass der Mann beim Angeklagten Schulden in Höhe von 1200 Euro hatte, über die man habe reden wollen, so die Staatsanwältin. Nachdem der Mann verprügelt worden sei, hätten ihm die Täter noch das Mobiltelefon abgenommen und ihn dann verletzt im Wald liegen lassen.