Erinnerungen an tödliche Rockerfehde

Böller und Benzinkanister: Polizei rätselt über Tatnacht mit scharfen Schüssen in Heidenheim

Einschüsse an einem Barbershop, ein verdächtiger Benzinkanister vor einer Gaststätte: Gleich zwei Vorfälle halten die Polizei in Heidenheim auf Trab. Gibt es einen Zusammenhang?

Einschusslöcher in einem Barbershop, Böller und ein Benzinkanister vor einer Gaststätte: Was steckt hinter den nächtlichen Attacken in Heidenheim? Gleich zwei Tatorte beschäftigen die Ermittler. Ob die Taten miteinander zusammenhängen, wird geprüft. Verletzte und Tote gibt es demnach nicht.

Schüsse, Böller und Benzin

Kurz nach 3.30 Uhr hatte ein Zeuge laut Polizei und Staatsanwaltschaft mutmaßliche Schüsse in der Innenstadt wahrgenommen. Die Polizei rückte mit mehreren Streifen aus. An einem Gebäude und an der Schaufensterscheibe eines Barbershops entdeckten die Beamten mehrere Einschusslöcher. Zur Tatzeit waren demnach vier Menschen in dem Gebäude. Die Kriminalpolizei Heidenheim übernahm die Ermittlungen.

Die Hintergründe der Tat sind laut Polizei bislang noch unklar. Ob dieses Geschehen mit einem weiteren Vorfall in der Nacht in Heidenheim zusammenhängt, werde geprüft. Dabei wurde mutmaßlich versucht, ein Gebäude in Brand zu setzen. Nach Informationen der dpa wurden gezündete Böller und ein ausgelaufener Benzinkanister entdeckt. Es sei bei dem Vorfall kein Feuer ausgebrochen, teilte die Polizei mit. Auch hier sei niemand verletzt worden. Dieses Gebäude liegt in der Nähe des Barbershops.

Die Spurensicherung war am Morgen noch vor Ort. Laut einem dpa-Reporter lagen mehrere Patronenhülsen am Einsatzort, zudem gab es Einschusslöcher in einer Hauswand. Auf Fotos vom Einsatzort war rotweißes Absperrband vor Häusern in einer Wohngegend zu sehen.

Erinnerungen an tödliche Rockerfehde

In derselben Straße fielen vor rund zehn Jahren ebenfalls Schüsse in der Nähe eines Friseurgeschäfts. Dabei wurde ein Mann getötet und sein Bruder schwer verletzt. Dafür wurde der Vizechef der Heidenheimer Rockergang Black Jackets im Jahr 2017 zu einer langjährigen Haftstrafe wegen Totschlags und versuchten Totschlags verurteilt. Hintergrund der Auseinandersetzung zwischen den Rockergruppen war, dass die Ulmer Gang United Tribunes den Black Jackets die Vorherrschaft in Heidenheim streitig machte.