Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg

Nur in Heidenheim steigt die Zahl der Arbeitslosen

Ende Dezember 2025 war die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Region noch immer ruhig. Unterm Strich waren sogar etwas weniger Arbeitslose registriert.

Nimmt man den gesamten Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Aalen in den Blick, dann sind die Zahlen, die sie für Dezember vermeldet, durchaus erfreulich: Im letzten Monat des vergangenen Jahres war die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg erneut rückläufig – wenn auch nur sehr geringfügig um 18 Personen. Der Bundestrend zeigt in eine ganz andere Richtung, denn in ganz Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen weiter gestiegen. Der Bezirk der Aalener Agentur umfasst den Ostalbkreis und den Landkreis Heidenheim.

„Häufig kommt es im Dezember zu steigender Arbeitslosigkeit aufgrund der traditionell auslaufenden Arbeitsverträge zum Jahresende. Und bedingt durch die Feiertage und den damit verbundenen Urlaub verlagern viele Betriebe ihre Personalentscheidungen auf den Januar“, sagt Stefan Schubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur. „Insofern blicken wir zum Jahresende auf einen Arbeitsmarkt, der sich trotz zahlreicher weltpolitischer und wirtschaftlicher Einflüsse durchgehend als stabil erwiesen hat. Dies sichert uns weiterhin eine gute Basis für die Veränderungen der Arbeitswelt, die uns in den kommenden Jahren begleiten werden“, so Schubert.

10.834 Arbeitslose im Dezember

Insgesamt waren Ende Dezember im Bezirk der Agentur für Arbeit 10.834 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 18 weniger als im November, aber 760 mehr als im Dezember 2024. Während die Zahl der Arbeitslosen in Heidenheim gegenüber dem Vormonat anstieg, ging sie in den anderen vier Geschäftsstellen der Agentur zurück. Die meisten Arbeitslosen waren mit 3777 (November: 3741) in Heidenheim gemeldet. In Schwäbisch Gmünd waren es 3562 (3573), in Aalen 2396 (2417), in Bopfingen 558 (563) und in Ellwangen 541 (558). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung sind, sank im Agenturbezirk um 21 auf 3594. Das entspricht einer Quote von 33,2 Prozent aller Arbeitslosen.

„Der leichte Rückgang von 18 Personen weniger als im Vormonat schlägt sich jedoch nicht in der Arbeitslosenquote nieder“, so Schubert. Die Quote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag in Ostwürttemberg im Dezember unverändert bei 4,2 Prozent. In Heidenheim lag sie unverändert bei 4,9 Prozent, in Schwäbisch Gmünd sank sie von 4,7 auf 4,6 Prozent, in Aalen blieb sie bei 3,7 Prozent konstant. In Bopfingen sank die Quote von 3,8 auf 3,7 Prozent und in der Geschäftsstelle in Ellwangen sank sie zum Jahresende von 2,2 auf 2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Viel Dynamik auf dem Arbeitsmarkt

„Wie wichtig es ist, dass wir alle in unseren Bemühungen für die Region nicht nachlassen, wird besonders
deutlich, wenn man sich die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt etwas genauer anschaut“, so Schubert. Arbeitslosigkeit sei von hoher Dynamik gekennzeichnet. Insgesamt meldeten sich 887 Personen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das sind 1,3 Prozent weniger als im November und sogar 2,6 Prozent weniger als im Dezember 2024. „Ein Zeichen, dass die Unternehmen zunehmend ihr Personal halten. Allerdings müssen wir auch feststellen, dass es weit weniger Arbeitslosen gelungen ist, eine Arbeit aufzunehmen“, so der Agenturchef. Der Schritt in eine neue Erwerbstätigkeit gelang 584 Arbeitslosen, somit 136 Personen weniger als im Vormonat und immerhin fünf mehr als im Dezember 2024.

Noch immer gibt es die meisten offenen Stellen in der Region in den Verkehrs- und Logistikberufen (443), in den medizinischen und nicht-medizinischen Gesundheitsberufen (412) sowie in den Handelsberufen (402). Die meisten Arbeitslosen gab es Ende Dezember bei den Verkehrs- und Logistikberufen (1523), den Fertigungsberufen (1255) und den Handelsberufen (1182).

In ganz Ostwürttemberg waren Ende des vergangenen Jahres 2971 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 87 weniger als Ende November und 884 weniger als im Dezember 2024. In Heidenheim gab es zum Jahresende 1007 (November: 1011) offene Stellen, in Aalen 924 (945), in Schwäbisch Gmünd 562 (591), in Ellwangen 362 (390) und in Bopfingen 116 (121). „Auch bei rückläufigem Stellenzugang bleibt die
Personalnachfrage hoch, und wenn passendes Personal schwer zu finden ist, kann Qualifizierung eine
geeignete Lösung sein“, sagt Schubert: „Für 2026 sehe ich entlang eines moderaten Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte einen leichten Silberstreif am regionalen Arbeitsmarkthorizont und gehe zuversichtlich ins neue Jahr.“

Zahlen zur Kurzarbeit

Im Dezember ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit in Ostwürttemberg im Vergleich zum Vormonat
gesunken. Insgesamt zeigten 15 Betriebe für 228 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im November 2025 waren es
ebenfalls 15 Betriebe für 121 Beschäftigte. Für den Monat Juni 2025 liegen endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen zwischenzeitlich abgelaufen sind. Somit haben 81 Betriebe im Juni 2025 Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. 1747 Personen befanden sich in Kurzarbeit.