Benefizkonzert im Brenzpark

Verein aus Ostwürttemberg will Schulen in Modultechnik im nepalesischen Flutgebiet bauen

Der Verein Zukunft für Nepal Ostwürttemberg will so schnell wie möglich damit beginnen, im nepalesischen Flutgebiet Schulen zu bauen. Nach Plänen aus Deutschland, aber mit Technik und Maschinen vor Ort. Hierfür sammelt der Verein Spenden – auch mit einem Benefizkonzert am Samstag, 17. Oktober, im Brenzpark.

Was benötigen Menschen, die durch eine Schlammlawine ihr Dorf und ihre Häuser verloren haben? Als Erstes einen sicheren Platz zum Wohnen und Schlafen, außerdem Lebensmittel und dann, wenn die größte Not vorbei ist und sich wieder eine Art Alltag einstellt: einen Ort für die Gemeinschaft. Einen Ort, an dem Kinder lernen können und Erwachsene sich zusammenfinden. Genau daran arbeitet der Verein Zukunft für Nepal Ostwürttemberg nun in Nepal.

Direkt nach der verheerenden Flutkatastrophe, die am 26. August durch das Trishuli-Tal im nepalesischen Himalaya rauschte und alles mit sich riss, lag der Fokus des Vereins auf Soforthilfen. „Das war die erste Stufe“, sagt Vorsitzende Petra Pachner, die sich bereits seit vielen Jahren in Nepal engagiert. Jetzt gebe es andere Notwendigkeiten. Da der Verein gute Kontakte zur nepalesischen Regierung habe, sei man im engen Austausch, was nun gebraucht werde. Und dabei wurde schnell klar: Der Wiederaufbau der Infrastruktur steht ganz vorn an.

Pachner und die anderen Mitglieder des Vereins kamen schnell auf eine Lösung, wie sie die Menschen unterstützen könnten und dabei die Bevölkerung vor Ort einbinden: Der Verein will in Modulbauweise Häuser bauen. Keine Wohnhäuser, sondern eine Art Dorfgemeinschaftshäuser, in denen künftig auch die jeweilige Dorfschule Platz findet. „Wir wussten aus der Zeit nach dem großen Erdbeben 2015 noch, dass solche Gebäude enorm wichtig sind für die Menschen“, sagt Pachner.

Entstehen sollen sie folgendermaßen: Gemeinsam mit dem auf Holzhäuser spezialisierten Architekten und Zimmermann Emil von Elling will der Verein Pläne für Module entwickeln, die später in Nepal gefertigt werden. Der Kontakt zu von Elling besteht bereits seit Jahren, berichtet Pachner. Er sei ein langjähriger Förderer des Vereins und habe für die Ausbildungswerkstatt des Vereins Maschinen und Technik aus seinem Betrieb gestiftet.

Petra Pachner und Herwig Jantschik bei der Eröffnung der Ausbildungswerkstatt des Vereins 2019. Dort sollen nun die Module für die geplanten Holzhäuser gefertigt werden. Zukunft für Nepal Ostwürttemberg

Mit ebendiesen Maschinen sollen nun die Module entstehen, aus denen dann je nach Größe eines Dorfes das passende Dorfhaus gebaut werden kann. „Für uns als Verein ist das natürlich ein enormes Zusatzprojekt“, berichtet Pachner. Denn eigentlich besteht der Zweck des Vereins darin, die große Handwerkerschule westlich der Hauptstadt Kathmandu zu betreiben. Doch Pachner ist zuversichtlich: Im November will sie mit von Elling nach Nepal reisen, um verbleibende, große Fragen zu klären.

Insgesamt 80 solcher Häuser könnten auf diese Modulbauweise entstehen. An den Modulen mitarbeiten sollen Schüler der vereinseigenen Ausbildungswerkstatt. Auch werden zahlreiche Menschen vor Ort durch die Bauvorhaben Arbeit bekommen, da Holz beschafft, Lastwagen gefahren und schließlich die Häuser errichtet werden müssen.

All dies soll zwar in Zusammenarbeit mit der Regierung geschehen, ohne Spenden jedoch wird es nicht funktionieren, betont Pachner. Um diese speziell für das neue Vorhaben zu sammeln, veranstaltet der Verein in Zusammenarbeit mit der Band „Your Session“ ein Benefizkonzert.

Benefizkonzert und Spenden

Das Benefizkonzert der Band „Your Session“ findet am Samstag, 17. Oktober, ab 20 Uhr im Café Lieblingsplatz im Heidenheimer Brenzpark statt. Beginn ist um 20 Uhr. Auf dem musikalischen Programm stehen an diesem Abend Rock, Pop und Soul. Der Erlös geht an den Verein.

Spenden an den Verein sind zudem auch auf anderem Weg möglich. Alle Informationen dazu unter https://zukunft-fuer-nepal.de/