Museumsnacht 2026: Was zwischen Kunst, Feuershow und Fechtkampf alles geboten ist
Was Exponate in Museen nächtens so treiben, lässt sich nur erahnen. Die Komödie „Nachts im Museum“ hatte bereits vor 20 Jahren eine unterhaltsame Theorie: Sind die Besucherinnen und Besucher erstmal weg, erwachen die Exponate zum Leben und toben sich so richtig aus. Am 3. Oktober hat man die nicht alltägliche Chance, sich davon zu überzeugen, ob das in Heidenheim ebenso der Fall ist. Bei der Museumsnacht – in ihrer inzwischen 13. Auflage – öffnen von 18 bis 23 Uhr wieder zahlreiche Institutionen ihre Pforten.
Fecht- und Tanzkunst treffen auf Feuershow
Offiziell eröffnet wird die Museumsnacht sogar schon etwas früher. Am Museumsspätnachmittag, wenn man so will. Ab 17.30 Uhr spricht erstmals Bürgermeister Johannes Krombach-Champiomont, direkt gefolgt von Marco Hompes, dem Geschäftsbereichsleiter Museen. Genau der verspricht auch bei der diesjährigen Museumsnacht eine Mischung aus Altbewährtem und Neuerungen. Vor allem aber: eine Mischung aus Führungen, Musik, Performance, Lesungen und Mitmach-Gelegenheiten – natürlich inklusive der Oldtimerbusse, die geneigte Besucher von der Innenstadt hinauf zum Schlossberg und wahlweise auch zurückbefördern.
Oben, auf dem Schlossberg, gewähren die drei aktuellen Ausstellungen im Museum Schloss Hellenstein Einblick. Im Obervogtsaal präsentiert „Rasender Stillstand“ die Entwicklung der Zeit, in der Schlosskirche lädt Kiku bei „Spielzeit“ zum Mitmachen ein, und der Heimat- und Altertumsverein zeigt „Alte Heimat – neue Heimat?“.
Die Schnaitheimer Spielleut’ liefern authentische Renaissancemusik – „die hält sich an die Bauzeit des Schlosses“, erklärt Marleen de Kramer, Leiterin der Historischen Museen. Zwischen den Schlossmauern demonstriert die Gesellschaft für lebendige Geschichte darüber hinaus waschechte historische Fecht- und Tanzkunst. „Und weil es beim ersten Mal so gut ankam, haben wir dieses Jahr wieder eine Feuershow mit Maya in Motion“, ergänzt Marco Hompes.
Im Museum für Kutschen, Chaisen, Karren gibt es neben Familienführung und Flammkuchen gleich zwei Lesungen von und mit Ulrike Valentin und Marita Kasischke vom Naturtheater Heidenheim. Eine eigens für die Museumsnacht zusammengestellte Auswahl an Geschichten wird sich aller Voraussicht nach thematisch am Tag der Deutschen Einheit orientieren. Ebenfalls auf dem Schloss, aber ganz am Ende der Museumsnacht, wird es ab 23 Uhr einen Abschlusstanz mit DJane Elli Orlando geben.
Die aktuellen Ausstellungen „Die ganze Zeit“, „Goal!“ und „Umbau – Einbau – Rückbau (repeat!)“ des Kunstmuseums lassen sich an diesem Abend ebenfalls weit außerhalb der regulären Öffnungszeiten begutachten. Ergänzt wird das dortige Programm durch die Demonstration einer historischen Fotografietechnik in Kooperation mit der kroatischen Partnerstadt Sisak. Gäste haben dabei die Möglichkeit, sich durch diese sogenannte Nassplattentechnik ablichten zu lassen.
Der Jugendtreff T9 ist mit einem Tischkicker vertreten, der Verein Kinder und Kunst stellt seine mobile Druckwerkstatt, das Art-Rad, ebenso wie seine offene Werkstatt zur Verfügung, und der Förderkreis Kunstmuseum Heidenheim sorgt mit der Rollbarbar für Kulinarik.
Einblicke ins römische Heidenheim
Im Museum im Römerbad heißt es am 3. Oktober „Aquileia in the Dark“. Limes-Cicerones präsentiert dabei Aspekte des zivilen und militärischen Lebens im römischen Heidenheim. Einmal mehr tritt dort zudem das Duo „Bolz & Knecht“ auf, welches mit nur zwei Instrumenten den Sound einer kompletten Band zum Leben erweckt.
Mit an Bord der Museumsnacht ist freilich der Kunstverein Heidenheim, der in seinem Domizil, dem Türmle, durch die aktuelle Ausstellung „Zeitgleich“ führt. In der Kulturbühne „Halbe Treppe“ bietet Gabriele Schneeweiß eine Kurzperformance mit dem Titel „It’s Fritz“ dar – dabei treffen Zeichnungen auf Projektion, Material und Klang. Und last but not least gibt es auch in der Galerie Kleine Wanze etwas zu sehen: Der Heidenheimer Künstler Matthias Wunsch zeigt dort die Ausstellung „Zeitphänomene“.
Infos zu Eintrittsbändeln und Bus-Shuttle-Fahrplan
Im Vorverkauf sind Eintrittskarten für die Museumsnacht am Samstag, 3. Oktober, in den Schlossbergmuseen und im Kunstmuseum erhältlich. Am Tag der Museumsnacht sind dann an allen teilnehmenden Veranstaltungsorten auch die Abendkassen geöffnet. Für Förderpassinhaber gibt es eine Ermäßigung, Kinder bis 14 Jahre erhalten freien Eintritt. Die Eintrittsbändel gelten zudem für die Nutzung des Bus-Shuttles.
Das Programmheft mit detaillierten Angaben zu allen Veranstaltungsorten, Programmpunkten und Abfahrtszeiten der Oldtimerbusse liegt in den Museen aus und ist zudem online unter heidenheim.de/kunst-und-kultur/kunst-museen/museumsnacht einsehbar.
