Sechs Männer angeklagt

Betrüger aus dem Ruhrgebiet erbeuten mit Phishing-Masche 6000 Euro von Heidenheimer Seniorin

Vor dem Landgericht Münster stehen sechs Männer aus dem Ruhrgebiet, die sich mit einer perfiden Betrugsmasche Zugang zum Online-Banking ihrer Opfer verschafften. Auch eine Frau aus Heidenheim wurde von ihnen geschädigt.

Am Landgericht Münster beginnt am 20. Juli ein Prozess, bei dem sechs Männer wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs angeklagt sind. Ihnen wird vorgeworfen, sich mit einer Betrugsmasche Zugang zum Online-Banking von insgesamt 15 Opfern verschafft zu haben. Unter diesen ist auch eine Frau aus Heidenheim, die damit um knapp 6000 Euro gebracht wurde. Bei anderen Opfern waren die Schadenssummen noch größer, im höchsten Fall erbeuteten die mutmaßlichen Täter 60.000 Euro.

Laut der Pressemitteilung des Landgerichts Münster haben die Angeklagten, die aus Essen, Gelsenkirchen und Recklinghausen stammen, von Oktober 2025 bis Januar 2026 massenhaft und automatisiert Phishing-SMS und E-Mails verschickt. Inhalt der Nachrichten, die angeblich von einem Kreditinstitut kamen, war die Aufforderung, eine Banking-App zu aktualisieren.

Luxus-Autos und Uhren erworben

Wer den Link in der Nachricht aufrief, kam auf eine von den Angeklagten gestaltete Internetseite und wurde aufgefordert, persönliche Daten einzugeben. Mit diesen soll es den Angeklagten gelungen sein, sich statt der Geschädigten in deren Konten einzuloggen. Danach nahmen die Betrüger telefonisch Kontakt zu den Opfern auf, gaben sich als Bankmitarbeiter aus und veranlassten sie, verschiedene TANs zu generieren, mit deren Hilfe digitale Zahlungskarten auf mehreren Mobiltelefonen eingerichtet wurden. Diese wiederum wurden benutzt, um in Geschäften Bargeld abzuheben und Geschenkgutscheine zu erwerben.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei einem der Angeklagten 95.000 Euro in bar beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten das erlangte Geld für einen luxuriösen Lebenswandel genutzt und sich teure Uhren und Autos gekauft hätten. Der Prozess vor dem Landgericht Münster ist auf zwölf Verhandlungstage angesetzt.