Gemeinderatswahlen

Matthias Stadler verliert absolute Mehrheit in Heidenheims Partnerstadt St. Pölten

In Heidenheims Partnerstadt St. Pölten brachte die Gemeinderatswahl eine politische Zäsur. Erstmals seit mehr als 60 Jahren verlieren die Sozialdemokraten um Bürgermeister Matthias Stadler ihre absolute Mehrheit in der niederösterreichischen Landeshauptstadt.

Bei den Gemeinderatswahlen in Heidenheims österreichischer Partnerstadt St. Pölten ist es am vergangenen Sonntag zu einer massiven Verschiebung der Machtverhältnisse gekommen. Die regierende SPÖ verlor erstmals seit 1965 ihre absolute Mehrheit im Rathaus der niederösterreichischen Landeshauptstadt.

Nach dem vorläufigen Endergebnis stürzte die SPÖ unter Bürgermeister Matthias Stadler um 13,49 Prozentpunkte auf 42,53 Prozent ab (2021: 56,02 Prozent). Damit stellt die Partei künftig nur noch 19 statt bisher 25 der insgesamt 42 Sitze im Gemeinderat. Stadler, der das Amt seit mehr als 20 Jahren bekleidet, schloss einen Rücktritt am Wahlabend aus und kündigte Koalitionsgespräche mit allen Parteien an. Da der Bürgermeister in Österreich vom Gemeinderat gewählt wird, benötigt Stadler für eine Wiederwahl im Gremium nun zwingend die Unterstützung einer anderen Fraktion. Er führte die Verluste unter anderem auf einen negativen Bundestrend zurück. Zweitstärkste Kraft wurde die ÖVP (21,4 %), dicht gefolgt von der stark erstarkten FPÖ (19,8 %). Ebenfalls im neuen Gemeinderat vertreten sind die Grünen (9,7 %), die KPÖ (3,8 %) sowie die NEOS (2,7 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 59,1 Prozent.

Stadler, der im Februar 60 Jahre alt wird, ist Ehrenringträger der Stadt Heidenheim. Diese zweithöchste Auszeichnung, die Heidenheim zu vergeben hat, erhielt er im Jahr 2022 vor einer gemeinsamen Klausurtagung beider Städte in St. Pölten. Ausgezeichnet hat ihn die Stadt Heidenheim für sein Engagement für die Städtepartnerschaft und damit für den Austausch innerhalb Europas.