Premiere

„Macbeth“ bei den Opernfestspielen Heidenheim: Die Bühne auf der Bühne

Bei der Premiere des „Macbeth“ der Heidenheimer Opernfestspiele wurde der bekannte schottische Herrscher zum Sänger am modernen Theater verwandelt. Die HZ-Rezension:

„All the world’s a stage, and all the men and women are merely players“ – die ganze Welt ist eine Bühne und alle Menschen bloße Spieler: Dieses berühmte Shakespeare-Zitat stammt zwar aus seinem „As You Like It“ („Wie es euch gefällt“) und nicht aus seinem „Macbeth“, und doch scheint es wie zugeschnitten auf die Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper „Macbeth“ bei den Heidenheimer Opernfestspielen.

Denn nicht die windumtosten schottischen Highlands sind auf der Bühne des Festspielhauses zu sehen, keine kargen Heideflächen oder alte Burgen. Stattdessen versetzt Regisseur Andreas Baesler, der auch bei der Bühnen- und Kostümgestaltung federführend ist, das Geschehen rund um Machtgier und Königsmord in die Eingeweide eines Theaters. Vor dem einheitlich schwarzen Hintergrund des Raumes stehen also Schminktische und Lampen, der königliche Thron wird durch einen roten Sessel ersetzt und die schwere Eichenholztafel für das Bankett durch samtbezogene Stehtische.