Jede Entsiegelung überbauter Flächen und jede Begrünung zwischen dem Beton kann und wird von Passanten und Anliegern sicherlich begrüßt werden. Auch der Ersatz billiger Bepflanzungen wie Kirschlorbeer oder Buchsbaum durch ökologisch wertvollere Arten ist wünschenswert. Angesichts des bisher bereits sehr heißen Sommers ist gewiss auch Schatten von Bäumen willkommen und ein kleiner Beitrag zum innerstädtischen Klimaschutz.
So viele Hektar Grünflächen pflegen die Städtischen Betriebe in Heidenheim
Ein Erlebniswert für die Menschen ist jedoch nicht zwingend gleichzusetzen mit einem Mehrwert für Tiere und Pflanzen, und sollte auch nicht vorschnell mit dem Begriff Biodiversität versehen werden. Nachhaltige Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen nicht auf wenigen Quadratmetern künstlich angelegter Grünfläche und auch nicht innerhalb kurzer Zeit. Biodiversität, also die Vielfalt der Arten, ergibt sich stets aus geeignetem Raum, passenden Umgebungsbedingungen und der Nachhaltigkeit solcher Voraussetzungen. Ökologie und Evolution sind eben anspruchsvoll und langsam. Was im Artikel als Biodiversität bezeichnet wird, bekommen wir daher erst viel später und nur im günstigsten Fall.
Dr. Hansjörg Wesp, Königsbronn