Leserbrief

Leid sollte nicht gegeneinander aufgerechnet werden

Leserbrief zum Füttern von Stadttauben in Heidenheim und zu einem in der Heidenheimer Zeitung erschienenen Leserbrief zu diesem Thema:

Es stellt sich nicht die Frage, ob wir Kindern oder Tauben helfen sollten. Die eigentliche Frage lautet doch: Warum glauben wir immer wieder, Mitgefühl müsse aufgeteilt werden? Wer sich für Stadttauben engagiert, tut dies meist ehrenamtlich, mit eigener Zeit, eigenem Geld und viel persönlichem Einsatz. So auch im Rewe-Parkhaus momentan.

Für diese Taube kam am Wochenende im Parkhaus des Heidenheimer Rewe jede Hilfe zu spät.

Netze im Rewe-Parkhaus: Nach Taubensterben wurden Polizei und Veterinäramt aktiv

Nach der Montage von Taubenabwehrnetzen im Parkhaus des Rewe-Centers in Heidenheim sind laut Tierschützern mehrere Tiere verendet. Es wird von einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gesprochen, während Rewe von einem bedauerlichen Vorfall spricht und die Verantwortung derzeit prüft. Polizei und Veterinäramt beschäftigen sich inzwischen mit dem Fall.
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Heidenheim
Tierschützer empört

Dieses Engagement nimmt keinem Kind Hilfe weg. Eine Gesellschaft beweist ihre Menschlichkeit nicht dadurch, dass sie Leid gegeneinander aufrechnet, sondern indem sie Verantwortung übernimmt. Überall dort, wo sie nötig ist. Richtiges Mitgefühl kennt keine Rangliste. Schließlich sind auch Stadttauben das Ergebnis menschlichen Handelns und damit auch ein Stück unserer Verantwortung. Und dann stellen sich jetzt bitte noch alle, die so etwas belächeln und mit „ja, aber“ kommen, die Frage: Was tue ich für eine bessere Welt?

Jasmin Fröhlich, Giengen