Autoposer im Fokus

Kontrollen am Karfreitag: Lebenslanger Führerscheinentzug für rücksichtsloses Fahren gefordert

Für die einen ist es der Karfreitag – für die anderen ein „Car-Freitag“: Wie jedes Jahr finden darum auch 2026 bundesweit Kontrollen zur Bekämpfung von rücksichtslosen Autofahrerinnen und -Fahrern statt. Dabei will die Polizei drastisch gegen illegale Autorennen, Posing und illegales Fahrzeugtuning vorgehen.

Die Polizei Baden-Württemberg unterstützt am Karfreitag bereits zum fünften Mal gemeinsam mit den Polizeien anderer Länder eine bundesweite Kontrollaktion. Im Fokus stehen lokale Posing- sowie illegale Tuning- und Rennszenen, sowohl landes- als auch bundesweit. Die Kontrollaktionen hätten sich in den vergangenen Jahren bewährt und stellten ein wirksames Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit dar, teilt das Innenministerium Baden-Württemberg mit.

… wir bremsen ohrenbetäubendes und auch gefährliches Verhalten im Straßenverkehr aus

Thomas Strobl, Innenminister

„In der Tuning- und Poserszene hat sich der Karfreitag als unseliger Saisonstart etabliert. Daher machen wir gleich zu Beginn der Motorrad- und Tuning-Saison klar: Rücksichtsloses Imponiergehabe und illegale technische Manipulationen haben bei uns keine Fahrerlaubnis. Wir erhöhen ab sofort die Schlagzahl unserer Kontrollen auf den Straßen und bremsen ohrenbetäubendes und auch gefährliches Verhalten im Straßenverkehr aus“, erklärte der stellvertretende baden-württembergische Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl.

In den vergangenen Jahren wurden bei den Kontrollaktionen in Baden-Württemberg durch jeweils rund 365 eingesetzte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte landesweit 1.565 (2025), 1.350 (2024), 1.261 (2023) bzw. 1.249 (2022) Fahrzeuge kontrolliert und jeweils mehr als 350 Verstöße
festgestellt.

Ganzjährig illegale Poser-, Tuner- und Eventszene im Fokus

Darüber hinaus gehe die Polizei Baden-Württemberg ganzjährig konsequent und entschieden gegen die illegale Poser-, Tuner- und Eventszene vor. Bei zahlreichen Schwerpunktkontrollen und mit spezialisierten Kräften des bereits im Jahr 2021 eigens dafür eingerichteten Kompetenzteams, wurden 2025 mehr als 19.000 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei wurden insgesamt 8.790 Verstöße festgestellt und 1.412 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen.

Tödliche Unfälle mit unbeteiligten Opfern erfordern Maßnahmen

Ereignisse wie der tödliche Raser-Unfall in Ludwigsburg 2025 oder der Heilbronner Raser-Unfall 2023 verdeutlichten die Notwendigkeit von konsequentem Handeln gegen illegale Autorennen, Posing und illegales Fahrzeugtuning. „Die Vorfälle zeigen, dass die Jagd nach Geschwindigkeit
und Aufmerksamkeit auf öffentlichen Straßen tödliche Folgen für Unbeteiligte haben kann“, heißt es weiter.

Lebenslanger Führerscheinentzug für rücksichtsloses Fahren

Hierzu hat sich Innenminister Thomas Strobl klar positioniert: „Lebenslänglich für lebensgefährlich. Wer wiederholt und uneinsichtig herumrast und sich Rennen liefert, dem muss die Fahrerlaubnis lebenslänglich entzogen werden“, sagt er. Die Straßen seien keine Bühne für Selbstdarsteller, illegales Tuning und rücksichtsloses Posing und hätten auf Baden-Württembergs Straßen keinen Platz.

Hier können Zeugen auffällige Autos melden

Das Polizeipräsidium Ulm bittet Anwohnerinnen und Anwohner sowie andere Zeugen, die auf Verstöße aufmerksam machen wollen, sich unter Tel. 0731/188-0 zu melden. Über die eigens eingerichtete E-Mail-Adresse ulm.pp.poser@polizei.bwl.de können Bürgerinnen und Bürger auch auffällige Autos melden. Wichtig sind dabei Angaben zu Tag, Uhrzeit, Ort, Kennzeichen, Farbe und Typ des Fahrzeugs sowie eine Beschreibung des auffälligen Verhaltens.