Das Förderprogramm Leader der Europäischen Union unterstützt Projekte, die die Lebensqualität in ländlichen Regionen durch wirtschaftliche Entwicklung, Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe stärken. Verantwortlich für die Umsetzung des Programms vor Ort ist die Leader-Aktionsgruppe Brenzregion. Bei der dortigen Geschäftsstelle mit Sitz im Landratsamt Heidenheim können noch bis zum 6. Februar Projektanträge für die Module 1, 2 und 6 eingereicht werden. Insgesamt beträgt das zu verteilende Budget, das sich aus Finanzmitteln der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg zusammensetzt, für den aktuellen Projektaufruf 950.000 Euro.
Das Gebiet, in dem Projekte gefördert werden, erstreckt sich über den Landkreis Heidenheim hinaus bis in den Ostalbkreis (Gemeinde Bartholomä) und den nördlichen Alb-Donau-Kreis.
Wer kann sich bewerben?
Modul 1 richtet sich an öffentliche Projektträger wie Kommunen. In der Vergangenheit wurden in der Brenzregion hierbei unter anderem die Errichtung von Kultur- und Begegnungshäusern, der Bau von barrierefreien Anlagen oder innovative Wohnmodelle für junge Erwachsene gefördert.
Ein konkretes Beispiel eines Projekts dieses Moduls, das beschlossen wurde, ist die Neuausrichtung und Entwicklung der Schutz-, Grill- und Wachshütte Tal in Nattheim. Die Gemeinde hat dafür einen Zuschuss erhalten, wodurch weitere Nutzungsmöglichkeiten für Vereine, Dorfgemeinschaft, örtliche Jugend und für kleinere kulturelle Veranstaltungen sowie für Wanderer, Familien und Naturfreunde gleichermaßen vorangebracht werden können.
Modul 2 wendet sich an private Projektträger wie etwa Privatpersonen, Unternehmen oder Vereine. In der Brenzregion konnten in diesem Modul bereits zahlreiche Vorhaben wie Dorfläden, eine Hausarztpraxis oder Ferienwohnungen gefördert werden. Aus Modul 2 stammt beispielsweise auch das Projekt „Kiosk am Härtsfeldsee“ in Dischingen. Durch einen barrierefreien Anbau wurde der bestehende Kiosk zu einer modernen Ausflugsgaststätte weiterentwickelt. Zur Attraktivität des Standorts trägt auch der angrenzende Mehrgenerationenspielplatz bei.
Im Modul 6 sind ebenfalls private Projektträger angesprochen. Gefördert werden hier Vorhaben, die zur Förderung von Beschäftigung, Wachstum, Gleichstellung der Geschlechter, sozialer Inklusion sowie zur lokalen Entwicklung in ländlichen Gebieten einschließlich kreislauforientierter Bioökonomie und nachhaltiger Forstwirtschaft beitragen. Unter diesem Aspekt wurden bereits Angebote zur Mobilität und Grundversorgung wie etwa Bürgerbusse gefördert.
Große Chancen
„Leader eröffnet dem ländlichen Raum große Chancen, innovative Ideen umzusetzen und die Brenzregion nachhaltig weiterzuentwickeln. Mit den bereitstehenden Fördermitteln können Projekte realisiert werden, die Natur, Gemeinschaft und regionale Wertschöpfung gleichermaßen stärken“, so Landrat Peter Polta, Vorsitzender des Vereins Regionalentwicklung Brenzregion.
Vorher beraten lassen
Die Bewilligung der eingereichten Projekte erfolgt durch das Regierungspräsidium Stuttgart. Weitere Informationen zu allen aktuellen Projektaufrufen, zu Auswahlkriterien und Unterlagen für die Bewerbung finden sich unter www.brenzregion.de/downloads.
Die Geschäftsstelle empfiehlt, sich mit bestehenden Projektideen noch vor Einreichung des Projektantrags an die Geschäftsstelle zu wenden, um die grundsätzliche Förderfähigkeit zu klären. Die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle beraten und unterstützen bei der Antragstellung und beantworten Fragen zu Fördervoraussetzungen und Fristen. Die Geschäftsstelle ist unter Tel. 07321.3212494 oder per E-Mail an leader@landkreis-heidenheim.de zu erreichen.

