„Immer was los“: Wie vor über 60 Jahren die Liebesgeschichte von Edith und Friedrich Kurz begann
Manchmal beginnt eine Liebesgeschichte ganz unspektakulär – mit einem Blick aus dem Fenster. Friedrich Emil Kurz schaute eines Tages hinaus und bemerkte, dass Edith gerade in das Nachbarhaus eingezogen war. Die beiden kamen ins Gespräch, redeten immer wieder miteinander und wurden schließlich ein Paar. Am 16. September 1966 gaben sie sich das Jawort. Heute feiern Edith und Friedrich Kurz ihre diamantene Hochzeit und blicken auf 60 gemeinsame Ehejahre zurück.
Nach einem gemeinsamen Urlaub war Edith schwanger. Da sie noch minderjährig und Friedrich gerade 21 Jahre alt war, mussten sich die beiden zunächst eine Erlaubnis für die Hochzeit holen. Im September 1966 heirateten sie schließlich.
Aus dem jungen Paar wurde im Laufe der Jahre eine große Familie. Drei Kinder bekamen Edith und Friedrich, heute gehören außerdem fünf Enkel und zwei Urenkel dazu. „Immer was los“, sagt Edith. Auch die Begeisterung für den Sport wurde innerhalb der Familie weitergegeben. Friedrich spielte selbst Handball, später übernahmen auch die folgenden Generationen seine Leidenschaft. Edith hält es dagegen etwas ruhiger. Sie sei eher eine „Sofa Potato“, sagt Friedrich und muss dabei lachen.
„Normal miteinander reden“
60 Ehejahre bedeuten allerdings nicht, dass sich ein Paar immer einig ist. „Am Anfang war ich stur“, sagt Friedrich. Wenn es einmal Streit gab, konnte es schon vorkommen, dass er seine Frau zwei Tage lang ignorierte. Heute sehen die beiden das gelassener und haben einen einfachen Rat für eine lange Ehe: „Normal miteinander reden.“
Vieles in ihrem gemeinsamen Leben drehte sich um die Familie. Die meisten Auseinandersetzungen gab es, wie die beiden erzählen, wegen der Kinder. Während Friedrich beruflich häufig unterwegs war, kümmerte sich Edith um den Nachwuchs. Friedrich arbeitete insgesamt 50,5 Jahre bei Voith. Von 1964 bis Ende 1966 war er außerdem bei der Bundeswehr. „Allein mit den Kindern“, erinnert sich Edith an diese Zeit.
1981 zogen die beiden schließlich in ihr eigenes Haus in Schnaitheim. Beruflich war auch Edith aktiv und arbeitete unter anderem bei Edelmann. Ihr Mann blickt heute mit großer Dankbarkeit auf die gemeinsamen Jahrzehnte zurück – und weiß, was ihm in ihrer Ehe besonders wichtig ist: aufeinander zu achten. „Ich passe immer auf sie auf“, betont Friedrich. Seine Frau sei immer wieder krank gewesen, deshalb habe es für ihn umso mehr bedeutet, füreinander da zu sein. Vielleicht liegt genau darin eines ihrer Geheimnisse: sich umeinander kümmern, miteinander reden – und auch nach 60 Jahren noch gemeinsam lachen können.
