Warenkorb

Heidenheimer Testeinkauf im Januar 2026: Welche Lebensmittel sind teurer geworden, welche günstiger?

In regelmäßigen Abständen vergleicht die HZ die Preise von 20 Artikeln bei den immer gleichen Händlern in Heidenheim. Im Januar 2026 fällt auf: Der Einkauf hat sich etwas verbilligt. Hier die Details:

Welche Waren des täglichen Bedarfs sind teurer geworden? Welche günstiger? Um dies herauszufinden, nimmt die HZ in regelmäßigen Abständen in einem Warenkorb die immer gleichen 20 Produkte unter die Lupe. Diese werden im immer gleichen regionalen Supermarkt in Heidenheim auf Preisveränderungen überprüft. Der Fokus liegt dabei auf Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Benzin.

Zuletzt hatte die HZ im November 2025 einen Testeinkauf gemacht. Zeit also, alle Preise aktuell erneut zu prüfen. Das Ergebnis: Der Einkauf ist minimal günstiger geworden. Dies liegt vor allem an Butter, Milch, Käse und Kaffee.  

Butter, Käse und Milch machen den Einkauf günstiger

Insgesamt fällt beim Blick auf den Einkaufskorb eine Zahl besonders auf – und das ist die Null. 13 von 20 Produkten haben sich im Preis nicht verändert. Das sind gute Nachrichten für Verbraucher. Noch bessere Nachrichten für Verbraucher sind die Milch-, Käse- und Butterpreise. Diese nämlich fallen seit Monaten. Das Päckchen Butter hat inzwischen den nahezu historischen Tiefpreis von 99 Cent erreicht. Bereits vor Weihnachten hatte dieser bei 1,39 Euro gelegen und war damit so tief wie seit Jahren nicht. Doch was ist der Grund?

Zum einen befindet sich nach wie vor ein Überschuss an Rohmilch mit hohem Fettgehalt auf dem Markt. Dies liegt an vielen Faktoren, darunter am günstigen Klima des vergangenen Jahres, was sich auf die Futterqualität auswirkt. Dazu kommt seit einigen Monaten aber auch der Handel. Seit Wochen ist eine Preisschlacht zwischen Discountern und den großen Handelsketten zu beobachten, die das Ziel hat, die lange Kaufzurückhaltung der Kunden aufzubrechen, indem günstigere Lebensmittel angeboten werden. Bei Milch, Butter und Käse legen also die Molkereien zwar den Rohmilchpreis fest, der Handel wiederum bestimmt aber den Verkaufspreis. Was für Verbraucherinnen und Verbraucher gut ist, bedeutet für Landwirte auf der Gegenseite indes große Probleme. Seit Monaten gibt es Warnungen aus der Agrarwirtschaft, dass – sollte der Milchpreis weiter fallen – auch noch die restlichen, ohnehin nur noch geringen Erlöse aufgefressen werden und mehr Betriebe in existenzielle Not geraten könnten.

Kaffee zwar insgesamt teuer, aber zuletzt günstiger

Ein weiteres Minus ist beim Kaffee zu sehen. Auch hier wirkt sich nach Monaten der Höchstpreise die Preiskonkurrenz des Handels aus. Im Herbst bereits hatten erste Discounter angekündigt, bei ihren Kaffee-Eigenmarken die Preise zu senken. Dies wirkt sich – offenbar – inzwischen bis ins Markensegment aus. Grundsätzlich aber ist Kaffee eine der Waren, die in den vergangenen Jahren den größten Sprung nach oben gemacht haben. Die Gründe dafür sind schlechte Ernten durch klimatische Extreme sowie die steigende weltweite Nachfrage nach Kaffee.  

Eier sind deutlich teurer geworden

So viel zum Minus auf der Einkaufsliste. Nun der Blick auf das Plus. Hier fällt sofort ins Auge: Eier sind deutlich teurer geworden. Mitte Januar schon gab es hier einen kräftigen Preissprung. Doch woran liegt das? An der Vogelgrippe? Die Antwort lautet: nur bedingt. Denn die mit der Seuche vor einigen Wochen einhergehende Verknappung des Angebots spielt für die aktuellen Preise kaum eine Rolle. Vielmehr ausschlaggebend sind die Verträge zwischen Produzenten und Handel, die bereits weit vor Jahresende für jeweils das nächste Jahr geschlossen werden.

Begründet wird die aktuelle Preiserhöhung mit höheren Kosten für Futter sowie mit dem gestiegenen Mindestlohn. Und – ebenfalls nicht uninteressant – laut der Geflügelwirtschaft ist der Eierkonsum in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren um zehn Prozent gestiegen.

Ebenfalls teurer als noch im Herbst sind Tomaten im Januareinkauf. Dies allerdings ist auf die übliche saisonale Verteuerung von Gemüse im Winter zurückzuführen. Ein Blick auf den Einkauf von vor einem Jahr zeigt zudem: Die Tomaten sind heuer im Januar deutlich billiger als noch vor einem Jahr. Damals kosteten sie stolze 3,49 Euro.

Im Vergleich: Die Preise von vor einem Jahr

Der Blick ein ganzes Jahr zurück ist zudem in weiteren Produktkategorien interessant: Im Januar 2025 kostete beispielsweise E-10-Benzin genauso viel wie derzeit (1,68 Euro, Stand Dienstagnachmittag). Binnen Jahresfrist zugelegt haben Brot und Brezel (je um fünf Prozent), Gulasch (plus fünf Prozent), Nudeln (plus neun Prozent), Apfelsaft (plus neun Prozent) und der Döner (plus sieben Prozent).

Abzuwarten bleibt, ob sich die zuletzt im Dezember 2025 deutlich gesunkene Inflation im Frühjahr 2026 fortsetzt. Zum Jahresende 2025 war diese auf 1,8 Prozent gefallen – der niedrigste Wert des ganzen zurückliegenden Jahres.

Diese Produkte werden im Dauertest verglichen:

Ein Kilogramm genetztes Brot und eine Brezel (beides Bäckerei Gnaier), 500 Gramm Kaffee (Tchibo Feine Milde), einen Kasten Mineralwasser (Krumbacher Classic, zwölf Glasflaschen), ein Liter Apfelsaft (Kaufland, Tetrapak), ein Liter frische Vollmilch (3,5 % Fett, Tetrapak), ein Kilogramm Käse (Holl. Gouda jung, (48 % Fett), 250 Gramm Butter (deutsche Markenbutter), zehn Eier (aus Freilandhaltung, Gr. L), ein Stück Salat (Kopfsalat), ein Kilogramm Rispentomaten (Handelsklasse eins), ein Kilogramm Äpfel (Gala), ein Kilogramm Weizenmehl (Typ 405), ein Kilogramm Nudeln (Zabler, Hochzeitsnudeln, breite Bandnudeln), 100 Gramm gekochter Hinterschinken, ein Kilogramm Gulasch (Rind, beides Metzger Heußler), ein Döner Kebab (Ali Baba) und ein Liter Speiseöl (Rapsöl). Abseits der Lebensmittel: ein Liter Benzin (Super E10) und eine Packung Windeln (Pampers Baby Dry Gr. 3).