Hinter jeder Ziffer in der Jahresstatistik des Heidenheimer Standesamts verbirgt sich ein persönliches Schicksal – ein erster Atemzug, ein gemeinsames Versprechen oder ein endgültiger Abschied. Im Jahr 2025 stechen einige Besonderheiten heraus: Erstmals seit Langem wieder wurde bei den Geburten die Tausender-Marke geknackt, während eine grundlegende Reform des Namensrechts im Mai neue Freiheiten in die Heidenheimer Stammbücher brachte.
Heidrun Eutinger, Leiterin des Bürger- und Standesamts, hat die statistischen Daten für das Jahr 2025 vorgelegt. Im Jahr 2025 beurkundete das Standesamt insgesamt 1021 Geburten. Damit stieg die Zahl der Neugeborenen gegenüber dem Vorjahr an, in dem 908 Geburten registriert wurden. Bei der Geschlechterverteilung überwogen die Jungen mit 592 gegenüber 492 Mädchen. Im Vorjahr war das umgekehrt: Es wurden mehr Mädchen (464) als Jungen (444) geboren.
Bei den Eheschließungen war ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Mit 172 eingegangenen Ehebündnissen waren es 16 weniger als im Vorjahr. Als Trauungsort wählten 121 Paare das Standesamt Heidenheim, während 51 Paare auf Schloss Hellenstein heirateten. Die Altersstruktur der Paare reichte 2025 vom jüngsten Bräutigam mit 21 Jahren bis zum ältesten mit 79 Jahren; die jüngste Braut war 19, die älteste 77 Jahre alt. Der größte Altersunterschied innerhalb einer Ehe lag bei 18 Jahren. Die Zahl der Scheidungen sank leicht von 106 auf 101 Fälle.
So viele Heidenheimer ließen ihre Namen ändern
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 auf der Umsetzung des seit dem 1. Mai gültigen neuen Namensrechts. Bei der Wahl des Ehenamens entschieden sich 116 Paare für den Namen des Mannes und 11 für den Namen der Frau. 44 Paare behielten eine getrennte Namensführung bei, während vier Paare Voranstellungen oder Anfügungen nutzten.
Laut Heidrun Eutinger, Leiterin des Standesamts Heidenheim, wurde die neue Möglichkeit, einen gemeinsamen Doppelnamen als Ehenamen zu führen, bisher nur sehr wenig genutzt. In der Statistik ist bisher ein Fall verzeichnet, in dem sich ein Paar für einen Doppelnamen für beide Partner nach neuem Recht entschied. Zudem wurden seit Mai fünf Ehenamen, die vor dem Stichtag bestimmt worden waren, nachträglich in einen Doppelnamen umgewandelt. Weitere fünf Paare widerriefen ihren bisherigen Ehenamen.
Auch über die Eheschließungen hinaus zeigt die Reform Wirkung: In 15 Fällen schlossen sich Kinder der Namensänderung eines Elternteils nach einer Scheidung an. Dies wird meist genutzt, um die Namenseinheit mit der Person wiederherzustellen, bei der das Kind lebt. Weitere acht Personen nutzten eine andere neue Freiheit: Wer bisher nur den Namen eines Elternteils führte (etwa weil die Eltern bei der Geburt nicht verheiratet waren), konnte nun erstmals den Familiennamen des anderen Elternteils als eigenen Geburtsnamen annehmen.
Kirchenaustritte haben sich in Heidenheim stabilisiert
Die Zahl der Sterbefälle stieg im Jahr 2025 auf insgesamt 1117 an (Vorjahr: 1071). Davon hatten 570 Personen ihren Wohnsitz im Standesamtsbezirk und 547 außerhalb. Bei den Kirchenaustritten blieb die Zahl mit 311 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (303 Austritte). Davon waren 140 Personen katholisch und 171 evangelisch.
Immer mehr Paare können ein Ehejubiläum feiern. Die Zahl stieg von 212 auf 235. Darunter befanden sich 122 Goldene Hochzeiten (50 Jahre), 74 Diamantene Hochzeiten (60 Jahre), 36 Eiserne Hochzeiten (65 Jahre) und drei Gnadenhochzeiten für 70 gemeinsame Ehejahre.
Das sind die beliebtesten Vornamen in Heidenheim
Emma, Samuel und Felix waren die beliebtesten Vornamen für Neugeborene in Heidenheim. Damit gab es im Vergleich zum Vorjahr einen zweifachen Wechsel an der Spitze. Der Mädchenvorname Emma kletterte mit elf Nennungen auf den ersten Platz. Im Jahr 2024 belegte Emma noch mit sechs Nennungen den vierten Rang. Die Vorjahressiegerin Mia, die 2024 mit zwölf Vergaben die Liste anführte, rutschte mit sechs Nennungen auf den dritten Platz ab.
Bei den Jungen führen nun Samuel und Felix mit je zehn Nennungen das Ranking an. Beide Namen waren im vorigen Jahr noch gar nicht in den Top-Platzierungen. Sie lösen Leon ab, der im Vorjahr auf Platz 1 lag. In der aktuellen Statistik für 2025 taucht der Name Leon nicht mehr unter den Top-Plätzen auf.
Hinter den Erstplatzierten folgen bei den Mädchen Ella, Emilia, Lara, Lina, Sophia mit jeweils sieben Nennungen, Leonie, Lotta, Luna, Mia und Mira mit jeweils sechs Vergaben sowie Amelie mit fünf Nennungen. Bei den Jungen folgen auf die Spitzenreiter Samuel und Felix mit je sieben Nennungen Elias, Jakob und Levi. Je sechsmal wurden die Namen Emil, Finn, Leo und Max gewählt. Ebenfalls häufig gewählt wurden Adrian, Ben und David mit jeweils fünf Nennungen.
Der Trend geht aber auch zu außergewöhnlichen Namen: Dazu gehören bei den Mädchen Winja, Eleyna, Caralin, Inaya Liva, Jael, Arja, Janja und Ellin. Bei den Jungen wurden die Namen Louis, Fenris, Tufan und Xander beurkundet.

