Der Kreistag des Landkreises Heidenheim hat den Haushaltsplan für das Jahr 2026 ohne Gegenstimme verabschiedet. Das Zahlenwerk passierte das Gremium einmütig, nachdem die Verwaltung zentrale Forderungen der Fraktionen eingearbeitet hatte.
Gegenüber der ersten Haushaltseinbringung im Oktober verbesserte sich das ordentliche Ergebnis deutlich: Der zunächst befürchtete Fehlbetrag von rund 8,05 Millionen Euro konnte um etwa 1,9 Millionen Euro reduziert werden. Dieses Plus resultiert vorwiegend aus höheren Schlüsselzuweisungen des Landes. Zudem machten sich demografische Effekte bemerkbar: Da die Einwohnerzahl im Landkreis leicht auf 135.016 gesunken ist, verringerten sich zwar bestimmte Zuweisungen, jedoch sank im Gegenzug auch eine abzuführende Umlage im Bereich Jugend und Soziales. Letztlich weist der Ergebnishaushalt jetzt ein Defizit von rund 6,2 Millionen Euro aus, das durch den Rückgriff auf Rücklagen aus Vorjahren gedeckt wird.
Ein zentraler Punkt der Einigung war die Unterstützung des Heidenheimer Klinikums. Kämmerer Jürgen Eisele sagte, dass man dem Wunsch des Gremiums entsprochen habe, die Klinikum-Hilfe in Höhe von vier Millionen Euro über Kredite statt aus Rücklagen zu finanzieren. „Auch wenn es mich als Kämmerer umtreibt, so wurde dem Wunsch entsprochen“, kommentierte Eisele den Schritt. Die Fraktionen von CDU/FDP und Freien Wählern hatten diese Finanzierungsform gefordert, um die mangelnde Finanzausstattung des Krankenhauswesens durch das Land offen zu dokumentieren. Insgesamt sieht der Haushalt neue Kreditaufnahmen von rund 44,7 Millionen Euro vor.
Entlastung für Kommunen im Landkreis Heidenheim
Bei der Kreisumlage wurde der Hebesatz für 2026 auf 35,5 Prozent festgesetzt. Entlastung für die Kommunen gab es in der mittelfristigen Planung nach Druck aus dem Gremium: Statt der ursprünglich kalkulierten Spitzenwerte sieht die Planung nun Sätze von 37,75 Prozent (2027), 39,50 Prozent (2028) und 38,50 Prozent (2029) vor.
Auch bei den Bauprojekten gab es kurzfristige Verschiebungen: Die für 2026 geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt Hermaringen (K 3021) wurde zurückgestellt. Stattdessen wurde die Sanierung der Strecke zwischen Hermaringen und Burgberg mit einem Volumen von 325.000 Euro neu in den Plan aufgenommen.
Perspektiven bietet das neue Bundes-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Dem Landkreis Heidenheim stehen daraus insgesamt rund 27,2 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel fließen jedoch erst ab dem Jahr 2027 und können über einen Zeitraum von zwölf Jahren investiert werden.


