Leserbrief

Heidenheimer KZ-Gedenkort stellt nicht eine ganze Kriegsgeneration unter Generalverdacht

Lesebrief zu einer an die NS-Zeit erinnernde Stele bei der Heidenheimer Voith-Arena:

Die neue Erinnerungsstele vor dem FCH-Stadion enthält ein beachtenswertes Zitat des österreichischen Schriftstellers Jean Améry. Es stammt aus dem Jahr 1966, als die Aufarbeitung der NS-Zeit noch nicht begonnen hatte, bzw. die Deutschen noch nicht bereit dazu waren. Darin ist die Rede von Verantwortungsübernahme für unsere Geschichte, und dass durch gegenseitiges Aufeinanderzugehen der Nachgeborenen von Tätern und Opfern das erreicht werden könne, „wozu das Volk einst nicht die Kraft oder den Willen hatte: die Auslöschung der Schande“.

Der Augenblick nach der Enthüllung der Erinnerungsstele vor dem Haupteingang der Voith-Arena auf dem Heidenheimer Schlossberg: Zu sehen ist eine der drei Seiten, hier eine Fotomontage mit Fußball und SA-Sportschule.

Erinnerung an NS-Zeit am FCH-Stadion: Stele am Heidenheimer Schlossberg als politisches Zeichen aufgestellt

Vor der Voith-Arena ging es dieses Mal nicht um Tore, Punkte oder den nächsten Gegner, sondern um die deutsche Geschichte und die Demokratie von heute. Mehr als hundert Menschen kamen zur Enthüllung einer Erinnerungsstele und erlebten ein ungewöhnlich deutliches politisches Signal von FCH, Fanszene und Stadt.
Show more
Heidenheim
Voith-Arena

Solche klugen Worte zur NS-Zeit ist man hier eher nicht gewohnt. Offensichtlich ist es möglich, Haltung zu zeigen, ohne dabei die gesamte Kriegsgeneration unter Generalverdacht zu stellen.

Eckart Krägeloh, Heidenheim