Fürsorge für Tauben in Heidenheim wirft Fragen auf
Schon mehrfach wurde hier das Thema Stadttauben diskutiert. Bei der Einfahrt ins Rewe-Parkhaus stieß ich auf ein Bild, das Fragen aufwirft: Mitten auf dem Betonboden standen Plastikboxen mit Körnerfutter und Wasserschalen. Auf Nachfrage bei der Filialleitung hieß es, das Veterinäramt sei für diesen Aufbau zuständig.
Natürlich stammen kommunale Mittel für den Tierschutz und internationale Entwicklungszusammenarbeit aus unterschiedlichen Haushalten. Dennoch irritiert dieser Anblick. Unicef zufolge sterben weltweit jedes Jahr Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Mangelernährung erhöht ihr Sterberisiko erheblich. Zugleich wird hier behördlich organisiert Futter in einem Kundenparkhaus bereitgestellt, mit den naheliegenden Folgen von Taubenkot und Verschmutzungen.
Es geht nicht darum, Tierschutz gegen Kinderhilfe auszuspielen. Aber die sichtbare Fürsorge für Tauben und das fortbestehende Leid von Kindern werfen zumindest die Frage auf, worauf unsere gesellschaftliche Aufmerksamkeit und unser Engagement gerichtet sind.
Herbert Heuberger, Steinweiler