Hinter der gut gestalteten Ankündigung für den Tunnelbau im Heidenheimer Teilort stecken die Brüder Christian und Thomas Launer sowie Tobias Urban. Die Idee kam dem befreundeten Trio beim Maibaumholen östlich des Ortes: Mit Blick auf die kerzengerade Einfahrt aus Richtung Neresheim reifte der Plan, die chronische Verkehrsbelastung humorvoll zu thematisieren.
Um den Scherz glaubwürdig zu machen, fragten sie die Künstliche Intelligenz (KI) um Hilfe. Die Texte, technischen Details und die Planungsbilder ließen sie von der KI generieren. Sogar eine eigene Homepage samt offiziell wirkendem Bundes-Logo wurde erstellt. In der Nacht zum 1. April hängten sie schließlich das Banner auf dem Grünstreifen am östlichen Ortseingang auf, das die „Großbaustelle“ ankündigte. Und holten noch die Redaktion der Heidenheimer Zeitung mit ins Boot, die für den Aprilscherz einen Zeitungstext formulierte und am 1. April veröffentlichte.

400-Millionen-Tunnel für Großkuchen kommt: Baustart in drei Jahren
Doch viele Leserinnen und Leser haben den Braten gerochen. Auf den angekündigten Namenswettbewerb für das Bauwerk folgten prompt die ersten (nicht ganz ernst gemeinten) Vorschläge: Vom „April-Tunnel“, „Tunnel zum 1. April“ und „Deep Cake“ reichten die Einsendungen in der Redaktion. Und auch über die Tunnel-Homepage gingen Vorschläge ein wie „Salomo-Gedächtnis-Tunnel“, „Härtsfeldtunnel“, „Unterkuchenröhre“ oder schlicht die „Aprillenröhre“.
Ernster Kern hinter dem Scherz
Doch der Scherz hat auch einen ernsten Kern. So war der Wunsch nach Entlastung der Vater des Gedankens, sagt Christian Launer, dem das Thema regelmäßig auch bei Diskussionen im Freundeskreis begegnet und der im Heimatort die Verkehrssituation selbst erlebt. Trotz Tempodrosselung und abgetrennter Gehwege erleben Menschen weiterhin die Belastung durch Schwerlastverkehr und Lkw, die den Gehweg touchieren. Auch wenn der 1200-Meter-Tunnel ein gut inszenierter Aprilscherz war, ist die Botschaft klar und vielleicht auch bei den zuständigen Behörden angekommen.

