Infrastruktur-Coup

400-Millionen-Tunnel für Großkuchen kommt: Baustart in drei Jahren

Während in Heidenheim seit Jahren ergebnislos über einen Stadttunnel debattiert wird, wird die Verkehrsentlastung in Großkuchen real. Eine 1200 Meter lange Tunnelröhre soll den Ort vom Schwerlastverkehr befreien. Dieser Finanzierungs-Deal macht es möglich:

Dass es nun so schnell geht mit der Entlastung für Großkuchen, liegt an einer besonderen Konstellation im Stuttgarter Verkehrsministerium. Nachdem dem scheidenden Minister Winfried Hermann in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, Bundesmittel für den Straßenbau nicht rechtzeitig abgerufen zu haben, hat das Ressort nun reagiert. Gelder, die in anderen Bundesländern 2025 ungenutzt blieben, wurden kurzfristig in den Südwesten geholt. Da für Großkuchen aufgrund der massiven Belastung durch Steinbruch-Verkehr bereits fertige Planungen in der Schublade lagen, erhielt der Teilort den Zuschlag.

Ende der Belastung durch Schwerlastverkehr

Täglich wälzen sich Lastwagenkolonnen durch Großkuchen – Lärm, Staub und Erschütterungen gehören zum Alltag. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken, insbesondere für Fußgänger und Kinder im Straßenverkehr. Die bestehende Infrastruktur stößt dabei zunehmend an ihre Grenzen. Auch die Tempobeschränkung vor einigen Jahren auf 30 km/h in der Ortsmitte hat daran nicht viel geändert.

Der geplante Tunnel soll den überregionalen Verkehr künftig unterirdisch am Ort vorbeiführen. Im Zuge der Maßnahme wird die bisherige Kreisstraße K3033 zur Bundesstraße B466 umgewidmet. „Das ist eine historische Chance, damit Großkuchen wieder lebenswerter wird“, heißt es aus Kreisen der Projektbeteiligten.

Sicherheit durch Tunnelfeuerwehr

Technisch orientiert sich das 400-Millionen-Euro-Projekt an bewährten Vorbildern. Geplant ist eine bergmännische Bauweise mit Sprengvortrieb durch die festen Gesteinsschichten. Der Baubeginn ist für das Jahr 2029 avisiert, die Bauzeit soll etwa vier Jahre betragen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherheit: Am östlichen Portal (Richtung Neresheim) wird eine Tunnelsicherheitswarte samt einer rund um die Uhr besetzten Tunnelfeuerwehr eingerichtet. Während im Osten das logistische Zentrum entsteht, soll der westliche Ortseingang städtebaulich modernisiert werden.

Wie soll der Großkuchener Tunnel heißen? Vorschläge gesucht

Um die Identifikation der Bevölkerung mit dem Bauwerk zu stärken, ist ein Wettbewerb zur Namensfindung geplant. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich ab sofort auf der eigens eingerichteten Projekt-Homepage unter www.tunnel-fuer-grosskuchen.de über den Streckenverlauf und technische Details informieren. Dort können ebenso Vorschläge für den Tunnelnamen eingereicht werden wie an unsere Zeitung unter redaktion@hz.de.