Festspielintendant Marcus Bosch und die Cappella Aquileia präsentieren in der Reihe Winteroper am Samstag, 7. März, ab 19.30 Uhr im Festspielhaus CCH eine außergewöhnliche Rarität: Franz Schuberts Melodram „Die Zauberharfe“ (D644) wurde im Jahr 1820 uraufgeführt und ist über lange Jahre nahezu in Vergessenheit geraten.
Zu Unrecht: „Die Zauberharfe“ gilt als musikalisches Meisterwerk. Der ursprüngliche Text ist verschollen: Lediglich Fragmente und Stichworte sind mit der Partitur überliefert. „Es ist eine Preziose, sehr selten gespielt“, freut sich der Dirigent des Abends, Marcus Bosch.
Ambivalenz des Werks „Die Zauberharfe“
Das dreiaktige Werk nach einem Text von Georg von Hofmann entfaltet eine poetische Märchenwelt zwischen Traum und Wirklichkeit. Im Zentrum steht die Geschichte um König Arnulf von Montabon, die Fee Melinde und den gemeinsamen Sohn Palmerin. Im Zentrum des Plots: die magische Harfe. Das Instrument besitzt die Gabe, mit seinen Klängen Hass in Liebe zu verwandeln.
Bereits die zeitgenössische Kritik zur Uraufführung am 19. August 1820 im Theater an der Wien offenbarte die Ambivalenz des Werkes: Während der Text als „problematisch“ galt, attestierte man dem erst 23-jährigen Franz Schubert herausragendes kompositorisches Talent. Die Ouvertüre war lange Zeit fälschlicherweise als „Rosamunde-Ouvertüre“ berühmt und ist bis heute Teil des internationalen Konzertrepertoires.
Dramaturgisch rekonstruiert durch Stephan Knies
Das vollständige Werk aus Chören, Zwischenspielen und sechs großen Melodramen wird nun in Heidenheim zu erleben sein. Die Opernfestspiele Heidenheim machen diesen musikalischen Schatz nun in einer durch Stephan Knies teils dramaturgisch rekonstruierten, teils durch Zwischentexte neu erzählten Fassung zugänglich.
Die Besetzung des Abends ist hochkarätig. Das Schauspieler-Ehepaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel – bekannt aus Film und Fernsehen – verleiht dem Melodram sprachliche Tiefe und dramatische Spannung. Die zauberhafte Musik besorgen Tenor Lukas Siebert in der Rolle des Palmerin, das Vokal-Werk der Festspiele, Mitglieder des Jungen Kammerchors Ostwürttemberg und die Cappella Aquileia unter der Leitung von Marcus Bosch.
Die Produktion wird für eine CD-Veröffentlichung aufgezeichnet. Tickets sind unter anderem im Pressehaus in Heidenheim sowie unter hz-ticketshop.de erhältlich.


